Entsorgung – Recycling – Containerdienst

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Neuartige HDPE-Flasche gewinnt Deutschen Verpackungspreis

Transluzente Verpackung von Werner & Mertz besteht zu 100 Prozent aus Systalen

Die vom „Frosch“-Hersteller Werner & Mertz zusammen mit Flaschenhersteller Alpla und dem Grünen Punkt entwickelte und hergestellte neuartige Flasche für Reinigungsmittel aus Recyclingkunststoff hat den Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ gewonnen. Die Jury lobte „die Pionierleistung zugunsten echter Kreisläufe und Schonung endlicher Ressourcen – und das bei nahezu identischer Aufmachung vergleichbarer Flaschen aus Neumaterial“, so das Deutsche Verpackungsinstitut, das den Preis vergibt.

Außerdem würdige die Jury die „Beibehaltung des ursprünglichen Erscheinungsbildes und Qualität der Flaschen ohne Einschränkung der Produktsicherheit“. Die Flaschen für die Marken „Emsal“ und „Tanet Green Care Professional“ bestehen zu 100 Prozent aus Systalen HDPE, das aus gebrauchten Verpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne gewonnen wird. „Das ist ein Meilenstein im Kunststoffrecycling“, freut sich Michael Wiener, CEO der Duales System Holding. „Ich beglückwünsche Werner & Mertz herzlich zu diesem Erfolg!“

„Wir zeigen mit diesem Produkt, was technisch mit Systalen möglich ist, nämlich hochwertige, transluzente Flaschen von verlässlich gleichbleibender Qualität“, erläutert Dr. Michael Heyde, Leiter Produkt- und Prozessentwicklung beim Grünen Punkt. „Die Kooperation mit dem Pionier Werner & Mertz gibt uns die Möglichkeit, die Entwicklung voranzutreiben und zu zeigen, dass der Markt dieses Material annimmt.“
Das Produkt gehört zu den Preisträgern des Deutschen Verpackungspreises, der am 27. September auf der Messe FachPack in Nürnberg offiziell verliehen wird.

Mehr dazu unter www.verpackungspreis.de

Quelle: bvse

ZEW/Prognos-Umfrage: Rückgang der Transportmengen und -preise vorerst beendet

Die Entwicklung auf den deutschen Transportmärkten zeigt nach den pessimistischen Erwartungen im ersten Quartal 2016 sowohl hinsichtlich des Transportaufkommens als auch der Preisentwicklung in den kommenden sechs Monaten ein verändertes Bild: Der starke Rückgang der Mengenerwartungen scheint gestoppt und auch die Preisentwicklung stabilisiert sich. Bei Luft- und Seefracht sowie im Straßengüterverkehr zeichnen sich sogar Preiserhöhungen ab. Zu diesem Ergebnis kommt das TransportmarktBarometer von Prognos/ZEW im zweiten Quartal 2016. Für die Erhebung befragen die Prognos AG, Basel, und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, vierteljährlich rund 250 Spitzenkräfte aus der Transportwirtschaft und der verladenden Wirtschaft dazu, wie sie die Entwicklung der Transportmengen und der Transportpreise auf Sicht des kommenden halben Jahres einschätzen.

        Auf nahezu allen Märkten gehen die Experten davon aus, dass sowohl der Rückgang der     Transportmengen als auch der -preise beendet ist.

Auf Sicht von sechs Monaten rechnen die befragten Experten auf fast allen Märkten mit konstanten oder steigenden Preisen. Eine mögliche Erklärung für die Erwartung wieder steigender Preise im Straßengüterverkehr könnten erste Signale am Rohstoffmarkt liefern, wonach die Talsohle bei den Rohölpreisen derzeit durchschritten zu sein scheint. Darüber hinaus könnte auch der nach wie vor virulente Fahrermangel zu Buche schlagen. Während in der Luft- und Seefracht die Preissignale ebenfalls wieder deutlich nach oben zeigen, besteht im Schienengüterverkehr derzeit kaum Aussicht auf steigende Preise; rund 70 Prozent der Experten gehen hier von stagnierenden Preisen aus.

Bei der Entwicklung des Transportaufkommens im nächstenhalben Jahr ergibt sich ein ähnlich differenziertes Bild wie bei den Preisen. Im Straßengüterverkehr kehrt anscheinend der Optimismus zurück. Nach dem kontinuierlichen Rückgang der Mengen seit dem letzten Quartal 2015 steigt der Stimmungsindex insbesondere für Osteuropa wieder an. Der Tiefpunkt der Erwartungen scheint damit überwunden. Es bleibt indessen abzuwarten, ob sich die verhalten positive Entwicklung auch im nächsten TransportmarktBarometer fortsetzt.

Für die Binnenschifffahrt und denSchienengüterverkehr prognostizieren die Experten eine Stagnation des Transportaufkommens. Auch die Einschätzungen zum Kombinierten Verkehr sind eher verhalten optimistisch.Bei den Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) hingegen deuten die Mengenerwartungen für Deutschland, West- und erstmals auch wieder für Osteuropa leicht nach oben. Trotz der positiven Prognose sind die Erwartungen allerdings weit von den Höchstständen der  Jahre 2014 und 2015 entfernt.

Nachdem sich im ersten Quartal 2016 der Stimmungsindex der Transportmengenerwartung auf den Seefrachtmärkten einem historischen Tiefstand näherte, nimmt jetzt die optimistische Stimmung unter den Experten wieder zu. Vor allem für die Märkte Nord-Amerika und Asien/Pazifik sehen rund 50 Prozent von ihnen  günstigere Tendenzen. Eine ähnlich positive Entwicklung wird auch für die Luftfracht auf den Routen nach Nord-Amerika und in die Asien/Pazifik-Region erwartet.

      Das TransportmarktBarometer von Prognos/ZEW

Die Prognos AG, Basel, und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, befragen seit 1998 vierteljährlich 250 Spitzenkräfte der Transportwirtschaft und der Verladenden Wirtschaft zur Entwicklung der Transportmärkte. Die Experten werden um eine Prognose dazu gebeten, ob auf Sicht von sechs Monaten das Transportaufkommen und die Transportpreise (stark/schwach) steigen, (stark/schwach) sinken oder unverändert bleiben. Betrachtet werden im nationalen und im grenzüberschreitenden Verkehr nach West- und Osteuropa die Transportbereiche: Straßengüterverkehr, Schienengüterverkehr, Binnenschifffahrt, Kombinierter Verkehr, Kurier-, Express- und Paketdienste. Weiterhin schätzen die Experten die Entwicklung bei Luft- und Seefracht von Deutschland in andere europäische Staaten sowie auf den Routen nach Nordamerika und in die Asien/Pazifik-Region ein.

Quelle und weitere Informationen: www.zew.de

Lightcycle Rohstoffwochen touren 2016 im dritten Jahr durch Deutschlands Klassenzimmer

Wir leben in konsumorientierten Zeiten. Wir kaufen viel, verbrauchen viel und werfen eine Menge weg. Der folgenschwere Effekt: Rohstoffe werden knapp. Dabei wäre es einfach, aus den vermeintlich nutzlosen Abfällen wieder wertvolle Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Ziel der mobilen Bildungsinitiative Lightcycle Rohstoffwochen ist es, die Schätze, die zum Beispiel in alten Handys, Laptops oder Elektrokleingeräten verborgen sind und in Schubladen, Kellern oder im Hausmüll schlummern, zu bewahren und zu verwerten. Die bundesweite Bildungsinitiative wendet sich vor allem an Jugendliche aller Schularten der Sekundarstufe. Sie besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Lernbausteinen, die das neu erworbene Wissen nachhaltig verankern sollen. Die Lightcycle Rohstoffwochen stehen unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Staatministerin für Umwelt und Verbraucherschutz, Ulrike Scharf und werden unterstützt vom Umweltbundesamt.

„Ressourcenschutz, Recycling und Kreislaufwirtschaft, was hat das mit mir zu tun und wie wirkt sich mein Konsumverhalten global aus?“ Diesen Fragen widmet sich die ‚Germanwatch Rohstoffexpedition‘. Die Unterrichtseinheit steht im Mittelpunkt der Initiative und wurde 2013/2014 als UN-Welt-Dekade-Projekt ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘ ausgezeichnet. 2015 ist sie zudem vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, einem Beratungsgremium der Alles klar? Globale Zusammenhänge verstehen, eigenes Konsumverhalten überprüfen: Mit der Germanwatch Rohstoffexpedition werden Handlungsoptionen begreifbar.

Erfahrene Umweltpädagogen gehen direkt im Klassenzimmer mit den Jugendlichen auf eine spannende weltweite Spurensuche nach Rohstoffen. Faszinierende Livesatellitenbilder machen im Vergleich mit Archivaufnahmen und Grafiken die globalen ökologischen und sozialen Folgen von Rohstoffabbau, -transport, -verarbeitung, -nutzung und -entsorgung sichtbar. Im Dialog mit den Naturwissenschaftlern von ‚Geoscopia Umweltbildung‘ erleben und erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler den Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und den Folgen des wachsenden Hungers nach Rohstoffen.

Gemeinsam erarbeiten sie Handlungsoptionen, wie sie aktiv im privaten und schulischen Umfeld ihren sozialen und ökologischen Fußabdruck verringern können. Re-think, Re-fuse, Re-duce, Re-use, Re-form, Re-act, Re-pair, Re-cycle lautet die Botschaft.
Das Angebot ist fächerübergreifend und lässt sich hervorragend mit vielen, in den Bildungsplänen vorgesehenen naturwissenschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Bildungsthemen verknüpfen. Teilnehmen können die Jahrgangsstufen 5 – 12 aller Schularten.
Zur optimalen Vorbereitung erhalten Lehrkräfte eine Vorbereitungsmappe mit Arbeitsblättern, Filmen und Literaturtipps. So kann das Thema Rohstoffe auch nachhaltig im schulischen Alltag verankert werden. Vielfach sind die kommunalen Entsorger vor Ort Partner der Rohstoffwochen und bieten zur Vertiefung des Unterrichts abschließend eine Führung mit Fachpersonal beim örtlichen Wertstoffhof an.

2015 waren die Lightcycle Rohstoffwochen in 28 Städten an über 150 Schulen unterwegs und begeisterten weit mehr als 4000 Jugendliche und Pädagogen. Die Resonanz der Lehrkräfte auf das Konzept ist sehr positiv. Gelobt werden vor allem die eindrücklichen Bilder, die hervorragende Verknüpfung der Thematik mit der Lebenswelt der Jugendlichen und den daraus resultierenden spannenden Diskussionen mit den Umweltpädagogen. So entstanden aus einzelnen Lightcycle Rohstoffwochen sogar Praxis-Seminare und weiterführende Projekte wie Handysammelaktionen.

Initiiert und gefördert wird die bundesweite Bildungsinitiative von der nicht gewinnorientierten Lightcycle Retourlogistik & Service GmbH, dem bundesweiten Rücknahmesystem für Altlampen und Leuchten. „Vor allem jungen Menschen möchten wir begreifbar machen, welche Schätze in ausgedienten Elektrogeräten schlummern und wie entscheidend ihr eigenes Konsumverhalten die Zukunft unserer Erde prägt.“, so Stephan Riemann, Geschäftsführer von Lightcycle.
Durchgeführt wird die Bildungsinitiative vom i!bk Institut für innovative Bildungskonzepte aus München. Das i!bk initiiert, konzeptioniert und organisiert erlebnis- und handlungsorientierte Unterrichtsmodule und Bildungsveranstaltungen nach dem Prinzip „Begeistern statt Belehren“. Als Schnittstelle für Akteure aus Bildung, Politik und Wirtschaft vernetzt das i!bk die passenden Partner und setzt die Konzepte gemeinsam erfolgreich in die Tat um.

Mehr Informationen und aktuelle Termine unter www.lightcycle.de/aktionen/rohstoffwochen

Über die Lightcycle Rohstoffwochen
Die bundesweite Bildungsinitiative Lightcycle Rohstoffwochen wendet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen. Sie besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Lernbausteinen, die komplexe, globale und lokale Zusammenhänge rund um Ressourcenschutz, Recycling und Kreislaufwirtschaft anschaulich und spannend begreifbar machen. Mit jedem Baustein wird das Wissen über alle Sinne vertieft und nachhaltig verankert. Eigene Handlungsoptionen werden erkennbar. Ziel ist es, die wertvollen Schätze, die in jeder Kommune, in Gebäuden, im Boden, in Schubladen und Kellern oder im Hausmüll verborgen sind, zu bewahren und zu verwerten und ein Umdenken im Konsumverhalten anzustoßen. Förderer und Initiator ist die Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH in München. Schirmherrin ist die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. Unterstützt wird die Initiative vom Umweltbundesamt. www.lightcycle.de/aktionen/rohstoffwochen

Über Lightcycle
Lightcycle ist ein nicht gewinnorientiertes Gemeinschaftsunternehmen führender Lichthersteller und organisiert bundesweit die Rücknahme ausgedienter Leuchtstoffröhren, LED- und Energiesparlampen sowie von Elektroaltgeräten. Verbraucher können ihre ausgedienten Sparlampen an Kleinmengensammelstellen im teilnehmenden Handel sowie an kommunalen Wertstoff- und Recyclinghöfen abgeben. Gewerbliche Mengen werden an den ausgewiesenen Großmengensammelstellen angenommen. Lightcycle führt die gesammelten Lampen einem fachgerechten Recycling zu, wodurch die Wiederverwertung wertvoller Rohstoffe sichergestellt wird. Mehr Informationen finden Sie unter www.lightcycle.de, die nächstgelegene Sammelstelle unter www.sammelstellensuche.de.

Quelle und weitere Informationen: www.lightcycle.de

ERDE sammelt im 2. Jahr über 4.600 Tonnen landwirtschaftlich genutzte Kunststofffolien

Landwirte, Lohnunternehmer und Hersteller engagieren sich in immer größerem Umfang an der Sammlung von gebrauchten Folien aus der Landwirtschaft und tragen so aktiv zum Erhalt der Umwelt bei. Auf dieser Basis konnte ERDE (Erntekunststoffe Recycling Deutschland), das in Europa einzigartige Rücknahmekonzept für Agrarfolien, sein Sammelergebnis im zweiten Jahr des Bestehens mehr als verdoppeln.

ERDE_Klimaschutz_Zertifikat_2015_328ded53fdMit einer gesammelten Menge von 4.643 Tonnen Agrarfolien ermöglichte das System ERDE
im Jahr 2015 Treibhausgas-Einsparungen von 6.231 Tonnen CO2-Äquivalent. Dies entspricht
der Menge an Kohlendioxid, die jährlich 450.000 Bäume binden. Bild: RIGK

450.000 Bäume geschont
Von April bis November 2014 waren an 130 Sammelstellen bereits 2.170 Tonnen besenreine Folien, insbesondere saubere Silofolien und Stretchfolien, angeliefert und einer sinnvollen Wiederverwertung zugeführt worden. Dieser Anfangserfolg fand seine Fortsetzung im Folgejahr im Bewusstsein der Landwirte, Lohnunternehmer und Hersteller, denn die entsprechenden Abgabemengen sowie auch die Sammlungen verdoppelten sich nahezu: 4.643 Tonnen aus 250 Sammlungen. Wie eine Studie von Fraunhofer UMSICHT ergibt, hat ERDE damit Treibhausgas-Einsparungen von 6.213 Tonnen CO2 ermöglicht. Dies entspricht der von rund 450.000 Bäumen pro Jahr gebundenen CO2-Menge. Für 2016 sind mehr als 280 Termine geplant. Informationen über das Wo und Wann sowie weitere Informationen zu ERDE sind, nach Postleitzahlen sortiert, unter www.erde-recycling.de abrufbar. Zusätzlich hängen Terminposter bei den teilnehmenden Sammelstellen aus.

Gemeinsames Engagement
Mit ihrem Engagement für ERDE leben alle, die am Kreislauf solcher Folien beteiligt sind, aktiv ihre Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft und ressourcenschonendes Arbeiten. Dazu Massimo Moroni, Geschäftsführer der Manuli Stretch Deutschland GmbH: „Die Steigerung der Sammelmengen steht für eine erhöhte Entlastung der Umwelt und ist darum eine besonders erfreuliche Entwicklung. Neue Partner haben das Sammelnetz engmaschiger gemacht, die räumliche Ausweitung hat es zusätzlich vergrößert. So ist der Service von ERDE heute einer deutlich größeren Zahl von Landwirten zugänglich. Zugleich haben diese selbst erheblich dazu beigetragen, die Belastung der angelieferten Folien mit Fremdstoffen zu verringern und somit das Verhältnis von Aufwand und Nutzen zu verbessern. Auch das laufende Jahr lässt eine Fortsetzung der positiven Entwicklung erwarten, denn eine weiter wachsende Zahl an Nutzern des Systems ERDE engagiert sich dafür, die Zukunft der Landwirtschaft positiv mitzugestalten und gemeinsam für noch mehr Umweltschutz und Ressourcenschonung zu sorgen.“

ERDE_Abgabe_4291693e6bTreffpunkt Sammelstelle: Landwirte machen mit bei der Sammlung von gebrauchten Folien
zur sinnvollen Wiederverwertung. Mit ihrem Engagement helfen sie, CO2 einzusparen
und schonen damit die Umwelt. Bild: RIGK
ERDE ist eine 2014 von Mitgliedern der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. auf den Weg gebrachte Initiative für eine nachhaltige Agrarwirtschaft und ressourcenschonendes Arbeiten. Die Manuli Stretch Deutschland GmbH, POLIFILM EXTRUSION GmbH, RKW Agri GmbH & Co. KG und die TRIOPLAST Folienvertriebs GmbH haben ERDE in Zusammenarbeit mit dem Entsorgungsspezialisten RIGK entwickelt, der als Systembetreiber fungiert. Grundsätzlich kann jeder Hersteller oder Erstvertreiber von Silagestretchfolien, Flachsilofolien, Unterziehfolien, Netzersatzfolien oder Siloschläuchen, der in den deutschen Markt liefert, ERDE-Mitglied werden. Die Initiative bindet alle am Prozess beteiligten Glieder aktiv ein. Jeder Lohnunternehmer und Landwirt, der die Produkte nutzt, kann seine gebrauchten Erntekunststoffe an einer ERDE-Sammelstelle abgeben, und jedes Unternehmen, das die in ERDE integrierten Kunststoffe sammelt, kann ERDE-Sammelstelle werden.

In diesem Zusammenspiel schafft der Landwirt durch das Sammeln, den Transport und das Abgeben der besenreinen Folie die Grundlage für das werkstoffliche Recycling der Materialien. Landhändler, landwirtschaftliche Lohnunternehmen, Maschinenringe, Entsorger oder andere Betriebe richten dazu die entsprechenden Sammelstellen ein und informieren dann die Landwirte über den jeweiligen Annahmezeitpunkt an festgelegten Tagen. Dabei sehen Landhandelsstellen die Sammlung oft als Kunden-Service, und das Personal hilft den Anlieferern beim Entladen der Folie.

Über ERDE
Unter dem Dach der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. und in Kooperation mit RIGK als Systembetreiber organisiert ERDE über Sammelpartner deutschlandweit die getrennte Rücknahme und ökoeffiziente, stoffliche Verwertung gebrauchter Landwirtschaftsfolien aus PE-LD (Fraktion 1) und PE-LLD (Fraktion 2). Lohnunternehmer und Landwirte sammeln die Erntekunststoffe und geben sie – besenrein und von grobem Schmutz befreit – gebündelt an einer Sammelstelle ab. Der Annahmepreis wird direkt von der Sammelstelle festgelegt. Recyclingunternehmen verarbeiten das Sammelgut dann zu neuen Kunststoff-Rohstoffen. Mitglieder von ERDE sind Manuli Stretch Deutschland GmbH, POLIFILM EXTRUSION GmbH, RKW Agri GmbH & Co KG und die TRIOPLAST Folienvertriebs GmbH.

Die 1992 gegründete RIGK GmbH (www.rigk.de) organisiert als zertifiziertes Fachunternehmen für Zeichennutzer (Abfüller, Vertreiber, Händler und Importeure) die Rücknahme gebrauchter, restentleerter Verpackungen und Kunststoffe von deren deutschen Kunden und führt sie einer sicheren und nachhaltigen Verwertung zu. Darüber hinaus berät das Unternehmen bei der Erarbeitung individueller Rücknahme- und Recyclinglösungen. International ist RIGK in Rumänien und Chile vertreten. Die rumänische Tochtergesellschaft (www.rigk.ro) übernimmt dort ebenfalls die Rücknahme und Verwertung gebrauchter Verpackungen und Kunststoffe. Die RIGK Chile SpA (http://www.rigk.de/profil/rigk-chile-spa.html) berät die Industrie vor Ort beim Aufbau ihrer Systeme und der Umsetzung gesetzlicher Umwelt- und Verwertungsauflagen. Gesellschafter der RIGK GmbH sind namhafte Hersteller von Kunststoffen und Packmitteln. RIGK GmbH ist seit 2006 Mitglied der EPRO, wo sie unter der Leitung von Jan Bauer den Arbeitskreis für das Recycling von Kunststoffabfällen aus der Landwirtschaft gegründet hat.

Bildquellen und weitere Informationen: www.rigk.de

Quelle: bvse

EU: Alle Länder müssen mehr recyceln

Recyceln, Reparieren, Wiederverwenden – nach dem Willen der EU-Kommission soll in den Mitgliedsstaaten weniger Müll anfallen. Dafür will sie die Recyclingvorgaben verschärfen. Das hätte Konsequenzen für alle Mitgliedsstaaten, auch für den Recycling-Europameister Deutschland, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Denn kein EU-Staat würde die geplante Quote auf Anhieb erfüllen.
Kreislaufwirtschaft

Bis 2030 sollen fast alle EU-Länder 65 Prozent ihres Siedlungs- und 75 Prozent ihres Verpackungsabfalls recyceln sowie maximal 10 Prozent aller Abfälle deponieren. So sieht es ein Maßnahmenpaket vor, über das nun der EU-Umweltrat berät. Einfach wird die Umsetzung nicht: In 13 Ländern wird noch mehr als die Hälfte des Haushaltsmülls einfach weggekippt, nur sieben Staaten deponieren weniger als 10 Prozent ihres Mülls.

Deutschland ist derzeit mit einer Recyclingquote von 64 Prozent europaweit Spitzenreiter. Allerdings wird in Deutschland aller Abfall als recycelt gewertet, der in den Verwertungsanlagen ankommt – also auch derjenige, der danach eventuell verbrannt wird. Die EU-Kommission hingegen will nur noch solche Abfälle als recycelt ansehen, die auch tatsächlich wiederverwertet werden. Dadurch dürfte die deutsche Recyclingquote beim Siedlungsabfall auf 40 bis 50 Prozent fallen, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft. Um die 65-Prozent-Marke der EU-Kommission zu erfüllen, muss die Recyclingquote hierzulande bis 2030 also jährlich um 0,9 bis 1,6 Prozentpunkte steigen, zeigen IW-Berechnungen. In den vergangenen zehn Jahren schaffte Deutschland allerdings nur einen Anstieg von 0,3 Prozentpunkten pro Jahr.

IW-Umweltexpertin Adriana Neligan ist dennoch optimistisch: „Die deutsche Recyclingwirtschaft ist dank ihres Know-hows und ihrer Recyclingtechnologien in einer hervorragenden Ausgangsposition, jetzt muss sie Tempo machen.“ Acht der zehn weltweit innovativsten Unternehmen für die Konstruktion von Wertstofftrennungsanlagen kommen laut IW Köln aus Deutschland. Die deutsche Recyclingwirtschaft könnte auch anderen Ländern dabei helfen, ihre Quote deutlich zu verbessern – und würde so vom neuen europäischen Umweltbewusstsein profitieren.

      IW policy paper

Adriana Neligan: Moving towards a Circular Economy – Europe between Ambitions and Reality

Icon | PDF

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V., bvse

Neues RückBauZentrum für Elektro- und Elektronikaltgeräte in Celle

Die Hellmann Process Management GmbH & Co. KG (HPM), die Lebenshilfe Celle gGmbH und der Zweckverband Abfallwirtschaft Celle setzen einen neuen Meilenstein in der mehr als 20jährigen Kooperation.

Am 29. April 2016 eröffnete der Oberbürgermeister der Stadt Celle, Dirk-Ulrich Mende, das neue RückBauZentrum (RBZ) in Celle. „Das hat Gewicht! Diese besondere Form der partnerschaftlichen Zusammenarbeit ist eine einmalige Kooperation und sollte bundesweit als vorbildlich gelten“, sagte Mende.

„Gemeinsam mit Hellmann Process Management und der Lebenshilfe Celle haben wir bereits vor 20 Jahren eine Vorreiterrolle in der Demontage von Elektro- und Elektronikaltgeräten eingenommen“, so Tobias Woeste, Geschäftsführer Zweckverband Abfallwirtschaft Celle.

Das RBZ für die händische Demontage von Elektro- und Elektronikaltgeräten bietet insgesamt ca. 25 Arbeitsplätze. HPM, der Zweckverband Abfallwirtschaft Celle und die Lebenshilfe Celle gehen in dem bisher einmaligen Projekt einen elementaren Schritt in Richtung mehr Teilhabe in der Arbeitswelt.

„Als Umweltdienstleister ist es unser Bestreben nachhaltige Entsorgungskonzepte anzubieten. Durch die händische Zerlegung gewinnen wir wichtige Sekundärrohstoffe, die für die Neuproduktion dringend benötigt werden. Zudem sehen wir es als unsere Verantwortung, nicht nur im Sinne des geltenden Gesetzes, des sog. ElektroG, dass gemeinnützige Einrichtungen bei der kommunalen Entsorgungswirtschaft eine wichtige Rolle spielen sollten. Am Beispiel Celle wird eindrucksvoll dokumentiert, wie unter wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten, verantwortungsvolles und nachhaltiges Recycling funktionieren kann“, erklärt André Pohl, Geschäftsleiter HPM.

Darüber hinaus setzen die drei Kooperationspartner weitere Maßstäbe bei der Rückgabe von Elektro- und Elektronikaltgeräten gemäß dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Bisher fanden die Zerlegung der Elektroaltgeräte und das Sortieren der Einzelteile in der Betriebsstätte der Lebenshilfe in Bergen, ca. 25 Kilometer von Celle entfernt, statt. Durch den neuen Standort werden die Rückgabemöglichkeiten für Bürger und Gewerbetreiben-de zentralisiert und die Rückgabe vereinfacht. Die händische Zerlegung si-chert wertvolle Sekundärrohstoffe und schont so natürliche Ressourcen.

Bild und Quelle: www.umweltmanager.net

Deutscher Müll in Osteuropa – Millionenschaden für Steuerzahler

Leipzig (ots) – Firmen aus Deutschland haben in den vergangenen zehn Jahren im großen Stil illegal Müll in Osteuropa entsorgt. Betroffen sind Länder wie Tschechien, Polen und Ungarn. Das bestätigte die Sonderabfallagentur Baden-Württemberg (SAA) dem MDR. Durch Entsorgungskosten sei für den deutschen Steuerzahler mindestens ein Schaden in Höhe von etwa zwei Millionen Euro entstanden. Die SAA organisiert im Auftrag aller Bundesländer die Entsorgung und Rückholung von illegal verbrachtem Müll im Ausland, bislang etwa 12.500 Tonnen. Grundlage hierfür ist ein Staatsvertrag der Bundesländer.

Aus Sachsen sind in den vergangenen Jahren mindestens 45.000 Tonnen Abfall nach Polen transportiert worden. Diese Abfallverbringungen werden derzeit überprüft, wie ein Sprecher der Landesdirektion dem MDR bestätigte. Wegen der laufenden Ermittlungen sei eine abschließende Einstufung dieser Mülltransporte als legal oder illegal im Sinne des europäischen Abfallverbringungsrechts derzeit noch nicht möglich. Die Überprüfungen erfolgen in Zusammenarbeit mit der polnischen Notifizierungsbehörde. Ebenfalls müsse noch geklärt werden, ob dieser Müll wieder nach Deutschland zurückgeholt werden muss. Nach Recherchen des MDR-Osteuropaportals „Heute im Osten“ befinden sich unter dem Abfall auch giftige Substanzen wie Chrom, Nickel, Zink Arsen und Blei, die zum Teil unter freiem Himmel lagern.

Sachsen-Anhalt ist auf den Kosten einer illegalen Müllentsorgung in Tschechien bereits sitzengeblieben. Grund waren rund 750 Tonnen Kunststoffabfälle, die illegal in Tschechien entsorgt wurden. Der Verursacher, mutmaßlich ein privates Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, konnte nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden. Das Land sprang ein und zahlte für die Entsorgung rund 160.000 Euro zuzüglich Auslagen, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamtes dem MDR bestätigte.

Mehr zum Thema zeigte der MDR am Samstag, 30. April, die Reportage „Abfall ohne Grenzen“ aus der TV-Sendereihe „Heute im Osten“. Link: www.heute-im-osten.de

 

Quelle: bvse

(Re)Kommunalisierung schwächt mittelständische Metallschrottwirtschaft

Der Trend zur (Re)Kommunalisierung in der Sekundärrohstoff- und Entsorgungswirtschaft ist unübersehbar. Das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz hat 2012 den Startschuss für diese Entwicklung gegeben, zumindest wurde seitdem dieser Trend insbesondere in der Metallschrottwirtschaft verstärkt. Er setzt sich fort in der Diskussion von vorliegenden Gesetzes- und Verordnungsvorhaben. Vor diesem Hintergrund äußert sich Sebastian Will, stellvertretender Vorsitzender des bvse-Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, im Interview mit RecyAktuell.

Verabschiedet sich der Gesetzgeber im Abfallrecht endgültig vom Grundsatz Privat vor Staat?

Sebastian Will: Diese Grundsatzfrage stellt sich die Metallschrottwirtschaft nicht erst seit der Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes im Jahre 2012. Seitdem stellt sich die Branche diese Frage jedoch verstärkt, denn die Diskussionen um das geplante Wertstoffgesetz und die Gewerbeabfallverordnung verursachen zusätzliche Ängste. Nachweislich schränkt der Gesetzgeber im Rahmen seiner rechtlichen Vorgaben die Marktzugangsvoraussetzungen für die Branche und damit den Wettbewerb immer stärker ein. Ein vom bvse beim Beratungsunternehmen des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsforschung (DICE-Consult GmbH) unter Leitung von Prof. Dr. Justus Haucap in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt diese Entwicklung und zeigt, dass die Befürchtungen der Metallschrottwirtschaft berechtigt sind. Es zeigt zudem die Wettbewerbsdefizite des KrGW sowie eines möglichen Wertstoffgesetzes auf.

Ist privates Engagement nicht mehr erwünscht?

Sebastian Will: Die Einschränkungen der Privatwirtschaft sind bereits durch die Ausgestaltung der §§ 17, 18 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) nachweisbar. Es werden Marktzugangsbarrieren aufgebaut, weil der Gesetzgeber den ehemals direkten und freien Zugriff der Privatwirtschaft auf die Metallschrotte behindert. Nicht wenige Kommunen versuchen das Verfahren zur Anzeige von gewerblichen Sammlungen in ein Genehmigungsverfahren umzudeuten und stellen dabei eigene wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund. Nicht selten lehnen sie die gewerblichen Sammlungen ab oder versuchen, über Untersagungen nach ausgesprochenen Befristungen die Erweiterung ihres Betätigungsfeldes zu Lasten der Privatwirtschaft voranzutreiben.

Wie wirkt sich das konkret aus?

Sebastian Will: Die Rolle der Kommunen als Nachfrager und Anbieter von Entsorgungsleistungen und gleichzeitig als staatliche Aufsichtsbehörde (sogenannte Trippelfunktion), schafft einerseits eine Marktmacht und andererseits eine Vollzugszuständigkeit, die der Privatwirtschaft den Zugriff auf die Wertstoffe erschwert oder ganz verschließt. Das spüren insbesondere die Unternehmen der Metallschrottwirtschaft, aber auch die Textil- oder Papierrecyclingunternehmen.

Wo liegen weitere Gefahren für die Branche?

Sebastian Will: Die Verfasser der DICE-Studie zur Situation der Metallschrottwirtschaft zeigen auf, dass mit dem geplanten Wertstoffgesetz oder der Gewerbeabfallverordnung eine weitere Marktzugangsbarriere geschaffen werden könnte. So wäre beispielsweise mit einer kommunalen Organisationsverantwortung der Wertstoffsammlung ein faktischer Marktverschluss für die in diesem Bereich tätigen Metallschrottsammler verbunden.

Sie befürchten also einen schleichenden Prozess der (Re)Kommunalisierung?

Sebastian Will: Langsam aber sicher ändert der Gesetzgeber in diesem Bereich die Grundlage unserer marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnung. Denn er schränkt den Wettbewerb im Markt immer mehr zugunsten eines Wettbewerbs um den Markt ein. Dabei schafft er unterschiedliche Voraussetzungen für die Marktteilnehmer. Er stärkt tendenziell kommunale Unternehmen und begünstigt Konzerngesellschaften und zwar eindeutig zu Lasten der mittelständisch geprägten privaten Metallschrottwirtschaft.

Bleibt der Mittelstand also auf der Strecke?

Sebastian Will: Wenn der Mittelstand zugunsten von Kommunen und Konzernen zurückgedrängt wird, dann führt die damit verbundene Umverteilung zu volkswirtschaftlichen Fehlallokationen. Die fiskalischen und sozialen Folgen dieser Entwicklung haben die Bürgerinnen und Bürger zu tragen. Wir haben also starke Verbündete. Es wird jedoch darauf ankommen, dass wir diese Zusammenhänge deutlich machen. Es ist daher höchste Zeit, dass die Wirtschaft ihr gesamtes Gewicht in die Waagschale wirft. und sich dieser Entwicklung entgegenstemmt.

Die Kommunen argumentieren aber damit, dass sie die Daseinsvorsorge gewährleisten müssen.

Sebastian Will: Metallschrott war schon immer ein Sekundärrohstoff von höchster industriepolitischer Bedeutung, weil er primärrohstoffgleich in den entsprechenden industriellen Prozessen einsetzbar war und ist. Und eines ist doch offensichtlich: Die Rohstoffversorgung unserer Industrie ist keine kommunale Aufgabe. Das ist die Aufgabe und Verpflichtung der privaten Sekundärrohstoffwirtschaft, die diese effizient und ökologisch  sinnvoll erfüllt.  Wenn wir hier Kommunalisieren ist das der Einstieg in die Planwirtschaft und der Ausstieg aus der sozialen Marktwirtschaft, die uns in Deutschland seit Jahrzehnten Wohlstand sichert.

 

Quelle: bvse

Bundeskabinett beschließt Änderung des Berufskraftfahrer-Gesetzes

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes (18/8183) vorgelegt. Begründet wird die Novellierung mit vermehrten Berichten über missbräuchlichen Umgang auf dem Gebiet der beschleunigten Grundqualifikation und Weiterbildung. Zudem würden Schwierigkeiten bestehen in der Überwachung der Ausbildungsstätten, hinsichtlich der Transparenz der anerkannten Ausbildungsstätten und der Kenntnis der Kontrollbehörden über alle durchgeführten und durchzuführenden Kurse. Hier sollen die Gesetzesänderungen Abhilfe schaffen. So werden verschärfte Sanktionierungsmaßnahmen eingeführt, um Missbrauchsfälle bei der Aus- und Weiterbildung wirkungsvoll zu begegnen. Konkretisiert werden die Voraussetzungen im Hinblick auf die Anerkennung und Überwachung von Ausbildern, Unterrichtsorten, der Teilnehmerzahl sowie die Mitteilung von Daten der geplanten Weiterbildungsveranstaltungen. Außerdem sollen Bußgeldtatbestände zur Bekämpfung von Missbrauch erweitert und mit einer strengeren Sanktion versehen werden. Schließlich soll im deutschen Recht auch außerhalb des Führerscheins ein europaweit anerkannter Nachweis für die Weiterbildung geschaffen werden.

Quelle: bvse

Kaffeekapseln aus Aluminium hervorragend recyclingfähig

Kaffeekapseln aus Aluminium lassen sich, wenn sie vom Verbraucher in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gegeben werden, hervorragend recyceln. „Wir können das Material der Kapseln zu einem hohen Anteil zurückgewinnen und in den Aluminiumkreislauf zurückführen“, sagt Michael Wiener, CEO der Duales System Holding. 2013 sind laut Umweltbundesamt in Deutschland 66.500 Tonnen aluminiumhaltiger Verpackungen beim privaten Endverbraucher angefallen. Davon wurden 85,5 Prozent werkstofflich recycelt, also zu neuem Aluminium verarbeitet.

Kaffeekapseln, die nach Gebrauch noch den Kaffeesatz enthalten, gelten zwar nach der Verpackungsverordnung strenggenommen nicht als Verpackungen und wären damit von der Entsorgung durch die Gelbe Tonne ausgeschlossen. Der Kaffeesatz stört das Recycling der Kaffeekapseln jedoch nicht. Daher können Hersteller die freiwillige Rücknahme über das duale System beantragen. Einige Hersteller wie Nespresso haben dies getan – ihre Kapseln nehmen am dualen System teil und dürfen daher über die Gelbe Tonne recycelt werden.

„Die Behörden haben sich davon überzeugt, dass das Recycling funktioniert, und daher die Genehmigung erteilt“, betont Wiener. Die Abfallmengen, die durch Kaffeekapseln erzeugt werden, sind – verglichen mit der Gesamtmenge an Verpackungen in Deutschland – verschwindend gering. Wie das Recycling von Kaffeekapseln aus Aluminium funktioniert, zeigt ein Video.

Quelle und weitere Informationen: www.gruener-punkt.de

Schrottmarktrückblick 2015: Wenig Licht viel Schatten

Im vergangenen Jahr erzeugten die deutschen Stahlwerke nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl mit 42,7 Mio. Tonnen 0,6 Prozent weniger Rohstahl als im Jahr zuvor, als sie knapp 43 Mio. Tonnen erschmolzen haben. Der Schrottversand des Handels (Zukauf der Stahlwerke + Zukauf der Gießereien vom Handel inklusive Schrottausfuhr) ist im Jahresvergleich ungleich deutlicher um 1,1 Mio. Tonnen gefallen. Das Schrottaufkommen war erheblich niedriger als noch 2014, denn der Versand aus dem Inlandsaufkommen erreichte lediglich 21 Mio. Tonnen und lag um 1,3 Mio. Tonnen unter dem Wert des Vorjahres. Während des gesamten Jahres beklagten Schrottwirtschaft und Schrottverbraucher einen Mangel an Altschrott, während das Neuschrottaufkommen wegen der relativ robusten Konjunktur in mehreren Monaten über dem Bedarf lag. Das knappe Altschrottkommen bestätigt sich in den rückläufigen Außenhandelszahlen. Die Exporte sind um 16,4 Prozent bzw. um 1,6 Mio. Tonnen gefallen, wogegen die Importe um 14,3 Prozent bzw. knapp 800.000 Tonnen gesunken sind. Die Altschrottversorgung konnte nur sichergestellt werden, weil der Zufluss an Schrottmengen nach Deutschland im Verhältnis weniger stark gesunken ist als der Abfluss.

Obwohl die Zukaufmenge der Stahlwerke und Gießereien um insgesamt über 500.000 Tonnen geringer ausgefallen ist als 2014 lassen die Daten den Schluss zu, dass zudem verstärkt Inlandsmengen verbraucht wurden.

        Grafik 1: Deutsche Schrottbilanz, Menge in 1000 t

Der entscheidende Grund für die verminderte inländische Schrottnachfrage dürfte die im vergangenen Jahr deutlich rückläufige Elektrostahlproduktion in Deutschland sein. Sie sank um 3,4 Prozent bzw. 438.000 Tonnen, während die Oxygenstahlproduktion um 0,6 Prozent bzw. 170.000 Tonnen zulegen konnte. Der absolute Schrottverbrauch für die Rohstahlerzeugung ist mit über 570.000 Tonnen überproportional stark gesunken. Hier zeigt sich deutlich, dass auf Grund der weltweiten Rohstoffkrise der Einsatz von Recyclingmaterialien in der Produktion von Industriemetallen an Attraktivität verloren hat. Der eher geringe relative Rückgang des Schrottanteils an der gesamten Rohstahlerzeugung von etwa einem Prozent auf 43,5 Prozent unterstreicht jedoch die essentielle Bedeutung des Kreislaufrohstoffes Schrott für den Industriestandort Deutschland.

Der Schrottmarkt im Jahresverlauf 2015

Vom Jahr 2015 hatte sich der Schrotthandel Erholung seiner zumeist angespannten Erlössituation erhofft. Diese Hoffnung erfüllte sich für die wenigsten Marktteilnehmer. Schon im Januar fiel die erhoffte Preisbelebung viel kleiner aus als erwartet; ein negativer Preistrend setzte sich bis März fort. Zudem durchzog im Februar eine Schockwelle die USA mit einem dramatischen Schrottpreisverfall von bis zu US-$ 110 pro Tonne. Die türkischen Verbraucher nutzten ihre Chance und kauften US-Schrott zu deutlich günstigeren Konditionen als EU-Schrott angeboten werden konnte. Wegen der bis dahin robusten Nachfrage der Elektrostahlwerke sank der Preis in Deutschland bis März jedoch um lediglich € 20 pro Tonne (vgl. hierzu Grafik 2). Die Inlandspreise lagen über dem Exportpreisniveau. Gestützt wurde der Schrottpreis zudem von den Stahlherstellern, die sich gegen einen Preisverfall ihrer Fertigprodukte stemmten. Im März berichtete der Handel von einer angespannten Versorgungslage, wegen eingeschränkter Liefer- und Beschaffungsmöglichkeiten von Altschrotten. Der Mangel an Sammel-und Abbruchschrotten zeigte sich im Preis für die Sorte E4, die während des gesamten Jahres über dem Preis der Sorten E2 und E3 gelegen hat.

         Grafik 2: Schrottpreisentwicklung exemplarisch durch Sorte E3

Ein Zwischenhoch bei den Verkaufspreisen im April, Mai und Juni wurde gestützt, sowohl durch eine stärkere Schrottnachfrage türkischer Verbraucher bei kontinentaleuropäischen Exporteuren als auch einem relativ guten Bedarf der heimischen Elektrostahlwerke. Der schwache Dollar begünstigte zudem die Ausfuhren. Im Juni begann sich abzuzeichnen, dass der Schrottmarkt sich nicht länger dem Abwärtssog der metallischen Rohstoffpreise würde entziehen können. Türkische Abnehmer machten sich rar, da für sie der Ausgang der Wahlen in der Türkei hinsichtlich staatlicher Bauprojekte eine hohe Bedeutung hatte und die

türkische Lira deutlich an Wert gegenüber anderen Währungen verlor. Immer stärker belastete die Überflutung der Märkte mit chinesischen Stahlprodukten die Märkte, zumal der bis dato hohe Schrottpreis die Wettbewerbsfähigkeit der Elektrostahlwerke gegenüber den Oxygenstahlwerken zunehmend einschränkte. Die höchsten Verkaufspreise konnte der Handel im Januar 2015 erzielen. Danach sackten sie je nach Sorte um 32 Prozent bis über 40 Prozent bis November ab. Grafik 2, der die Altschrottsorte E3 zu Grunde liegt, zeigt nicht nur die Marktbewegungen des vergangenen Jahres sondern die seit 2012. Seit Januar 2012 hat die Sorte E3 rund die Hälfte ihres Marktwertes eingebüßt. Im Juli setzte ein deutlicher und abrupter Preisverfall ein, der bis November nicht gestoppt werden konnte. Der Schrottpreis schien sich dem Abwärtssog der Rohstoffpreise nicht länger entziehen zu können vgl. hierzu Grafik 3.

         Grafik 3: Indexierte Preisentwicklung

Noch im Juli lag das europäische Schrottpreisniveau über dem internationalen, sodass türkische Abnehmer kein Kaufinteresse hatten. Die Lage für die Stahlwerke wurde zunehmend schwieriger und einige verlängerten die Werksferien. Ungewöhnlich war die Entwicklung im August. Trotz weiterer Abschläge und ferienbedingter Nachfrageausfälle in der nördlichen Hemisphäre tendierte der Markt insgesamt fester. Dennoch führte das regional sehr unterschiedliche Schrottaufkommen dazu, dass einerseits Schrotthändler zum Teil nicht fristgerecht liefern konnten, andererseits aber Werke die Sistierungswaffe zogen und damit Schrott abwehrten. Währenddessen starteten die türkischen Verbraucher eine neue Kaufwelle in der sie relativ „lautlos“ fast 800.000 Tonnen Schrott in der EU kauften, wobei sie die Einkaufspreise relativ stabil halten konnten.

Eine frühere Gesetzmäßigkeit der Branche sagt für das Ende der Feriensaison im Sommer steigende Preise für das 3. Quartal voraus. Dies ist zum einen auf die Wiederaufnahme der Produktion der Stahlwerke im In- und Ausland nach der Sommerpause sowie dem Abschluss der jährlichen Instandsetzungsarbeiten zurückzuführen. Zum anderen hängt es damit zusammen, dass sich Werke zum Ende des dritten Quartals traditionell für die bevorstehenden Wintermonate bevorraten, da im vierten Quartal die Versorgung witterungsbedingt unsicher ist. Obwohl sich die Auftragslage der Stahlwerke verbessert hatte, sanken die Preise im September nochmals und der Markt wurde im Laufe des Monats immer weicher. Statt der erwarteten € 20 Preissteigerung, nahmen einige Verbraucher ihre Preise um diesen Betrag zurück. Es zeigte sich einmal mehr, dass die althergebrachten Zyklen des Marktes kaum mehr Gültigkeit besitzen. Damit waren die Preise seit Juli um rund € 50 pro Tonne gesunken. Mit unfreundlichen Marktverhältnissen musste die Schrottwirtschaft überdies im Oktober leben. Weitere Preisanpassungen der deutschen Abnehmer wurden von einigen Händlern zügig akzeptiert, da auf Grund der internationalen Wirtschaftslage und der vielen geopolitischen Unwägbarkeiten, die Angst vor schlechten Absatzmöglichkeiten und einem weiteren Auseinanderklaffen von Markt- und Indexpreisen dem Handel die Lust am Bestandsaufbau nahm.

Die Altschrottbeschaffung gestaltete sich indes immer schwieriger, denn das niedrige Preisniveau führte zu einem deutlich verringerten Sammelaufkommen. Verkäufer hatten Mühe ihre Altschrottkontrakte zu bedienen. Verbraucher reagierten, indem sie verstärkt Mengen aus Schweden, dem Vereinigten Königreich, Polen oder Tschechien importierten. Es verschärfte sich zudem die Wettbewerbssituation innerhalb der Schrottwirtschaft, da dem rückläufigen Altschrottaufkommen die längst überfällige Anpassung der Aufbereitungskapazitäten nur verzögert folgte. Drittlandexporteure gerieten unter Druck, weil sie Bestandsmengen mit erheblichen Verlusten verkaufen mussten.

Die in- und ausländische Schrottnachfrage im November ließ wieder etwas Hoffnung aufkeimen. Türkische Abnehmer beeinflussten die Preisbildung mit ihrer Nachfrage und stoppten damit den Schrottpreisverfall in der EU. Zusätzlich positiv wirkte sich die Nachfragebelebung aus Indien, Bangladesch und Pakistan aus. Die relativ gute Nachfrage im Dezember aus dem Ausland und die mangelnde Bevorratung der inländischen Verbraucher in Erwartung weiterer Preissenkungen sowie einer hohen Lieferbereitschaft des Handels führten dazu, dass der Schrotthandel bei einigen Verbrauchern Sondermengen zu verbesserten Konditionen absetzen konnte.

Außenhandel 2015

Die ausgewerteten vorliegenden und für 2015 vorläufigen Außenhandelsdaten des statistischen Bundesamtes zeigen, dass Deutschland wie oben bereits erwähnt 4,6 Mio. Tonnen Schrott eingeführt und 7,9 Mio. Tonnen ausgeführt hat. Der positive Außenhandelssaldo liegt bei knapp 3,4 Mio. Tonnen und ist gegenüber 2014 um etwa 780.000 Tonnen rückläufig. Deutschland bleibt ein Nettoexporteur von Schrotten. Die wichtigsten Lieferanten waren wie schon in den Vorjahren die Niederlande, Polen und die Tschechische Republik, die wichtigsten Abnehmer waren die Niederlande, Italien, Luxemburg und Belgien. Die Bedeutung des Schrottexports für den deutschen Handel wird nachfolgend exemplarisch an den Ländern Italien und Türkei gezeigt. Die italienischen Stahlwerke sind traditionell ein wichtiger Direktabnehmer und die Türkei wegen ihrer Bedeutung für die Schrottmarktentwicklung weltweit und als wichtigster EU-Schrottabnehmer. Grafik 4 zeigt die Bewegungen im Markt.

Italien

Die Schrottimportmenge italienischer Stahlwerke aus Deutschland ist um fast 21 Prozent von 1,7 Mio. Tonnen 2015 auf knapp 1,4 Mio. Tonnen in 2015 gefallen. Italiens Rohstahlproduktion ist im entsprechenden Zeitraum um 7,1 Prozent von 23,7 auf 22 Mio. Tonnen gesunken. Genau wie alle anderen Hersteller hatten die für deutsche Lieferanten interessanten italienischen Elektrostahlwerke, die stark exportorientiert sind, mit äußerst schwierigen Marktbedingungen zu kämpfen. Die überwiegend Baustahl herstellenden Werke sehen sich einer zunehmenden internationalen Konkurrenz in ihren klassischen Abnehmerländern ausgesetzt. Ein wichtiger Kunde ist Algerien. Das Land baut allerdings selbst Kapazitäten auf und leidet andererseits erheblich unter dem gefallenen Ölpreis. Er ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Wie Grafik 3 zeigt, sprudeln die Geldquellen nicht mehr wie vorgesehen und geplante staatliche Infrastruktur- und Wohnungsbauprojekte wurden verschoben. Zudem hat Algerien damit begonnen, seinen heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Im Januar musste ein für deutsche Abnehmer wichtiges italienisches Elektrostahlwerk mit einem monatlichen Schrottbedarf von 40.000 bis 50.000 Tonnen Insolvenz anmelden. Neben den verminderten Absatzmöglichkeiten war für einige Lieferanten die Zahlungsmoral einiger Verbraucher im Jahresverlauf zum Teil wenig erfreulich. Der italienische Markt spielt traditionell eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht im süddeutschen Schrottmarkt.

Türkei

Die Türkei als weltgrößter Schrottimporteur hat seine Importe im vergangenen Jahr laut Steelorbis deutlich zurückgefahren. Auslöser war vor allem der Rückgang der Rohstahlproduktion um 7,4 Prozent bzw. rund 2,5 Mio. Tonnen auf 31,5 Mio. Tonnen. Insbesondere die Elektrostahlproduktion fiel um 13,8 Prozent von 23,8 Mio. Tonnen auf 20,5 Mio. Tonne, während die Oxygenstahlproduktion um 760.000 Tonnen auf 11 Mio. Tonnen zulegen konnte. Die Schrottimportmengen sanken um knapp 15 Prozent bzw. 2,8 Mio. Tonnen, wovon auch die EU und damit deutsche Exporteure betroffen waren. Statt der in 2014 importierten Schrottmengen aus der EU in Höhe von 10,3 Mio. Tonnen, führten die Werke im vergangenen Jahr nur noch knapp 8 Mio. Tonnen ein, dennoch bleibt die EU der größte Schrottanbieter für die türkischen Werke.

Der Schrottverbrauch der Elektrostahlwerke ist im betrachteten Zeitraum um 4,41 Mio. Tonne gesunken, während die Oxygenstahlwerke sogar 840.000 Tonnen mehr eingesetzt haben Der erhöhte Schrottverbrauch der Oxygenstahlwerke hatte Auswirkungen auf die eingeführte Schrottqualität, denn auch in der EU wurden verstärkt Qualitätsschrotte, unter anderem Blechabfälle nachgefragt. Zudem erhöhte die Türkei wegen der gestiegenen Oxygenstahlproduktion ihre Erzeinfuhren um 1,5 Mio. Tonnen auf 10,01 Mio. Tonnen

Der verminderte Schrottbedarf der Elektrostahlwerke war zudem eine Folge der günstigen Importe chinesischer Knüppel. Türkische Walzwerke steigerten die Einfuhr von Knüppeln um knapp 2 Mio. Tonnen und von Brammen um rund 1 Mio. Tonnen. Insgesamt erhöhten sie ihre Stahleinfuhren um 39 Prozent von 13,4 Mio. Tonnen auf 18,62 Mio. Tonnen. Das bedeutet, dass die türkischen Stahlwerke zum Teil nicht wettbewerbsfähig insbesondere im Hinblick auf die chinesischen Billigangebote waren und die Rohstahlproduktion via Elektroofen im eigenen Land zugunsten der Importe bei steigendem Inlandsverbrauch reduziert haben.

         Grafik 4: Preisentwicklung des Türkischen Schrottimportmarktes

Gießereien

Der bdguss meldete eine rückläufige Produktionsmenge beim Eisen- Stahl- und Temperguss um 2,6 Prozent auf rund 4 Mio. Tonnen. Der Schrottzukauf der Gießereien war erfreulicherweise kaum geringer als 2014. Während des gesamten vergangenen Jahres war die Auslastung der Gusshersteller je nach Produktionsprogramm sehr unterschiedlich. Die Automobilzulieferer waren übers Jahr betrachtet gut ausgelastet, während insbesondere die Maschinenbauer und die Landmaschinenhersteller unter dem Embargo gegenüber Russland spürbar gelitten haben. Die Beschäftigungslage bei den Zulieferern für die Windkraftindustrie war ebenfalls recht unterschiedlich. Die rückläufigen deutschen Exporte in diesen Segmenten sprechen für sich. Kurzarbeit und Feierschichten waren Mittel, zu denen Gießereien greifen mussten, um sich den Marktverhältnissen anzupassen. Zudem wurden die Lieferantenkredite zum Teil recht einseitig strapaziert. Bei der Beschaffung von Qualitätsschrotten machte den Gießereien die fallenden Schrottpreise zu schaffen, da es für den Schrotthandel zeitweise vorteilhafter war, das Material an Stahlwerke zu verkaufen. In diesem Fall entfiel die für den Gießereischrott notwendige zusätzliche Aufbereitung. Zum Jahresende hin zeigte sich der Handel mit dem Gießereigeschäft wieder zufriedener.

Schrottwirtschaft in schwierigem Fahrwasser

Die Lage der Schrottwirtschaft war im abgelaufenen Jahr alles andere als vorteilhaft. Mit verstärkten Anstrengungen die betrieblichen Kosten der geänderten Marktlage anzupassen, versuchte der Handel die sich im Laufe des Jahres noch verstärkenden Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen. Genau wie die Stahlindustrie litt die Schrottwirtschaft an nicht auskömmlichen Margen und steigenden Bürokratiekosten. Diejenigen, die versuchten, dem rückläufigen Schrottaufkommen mit angepassten Maschinenlaufzeiten zu begegnen, die Lagerhaltung überschaubar gehalten und auf Indexpreisbindungen bei Entfallschrotten verzichtet haben, dürften sich für 2016 eine akzeptable Ausgangsposition verschafft haben. Andere, die über den Preis den vorhandenen intensiven Verdrängungswettbewerb noch zu steigern versuchten, dürften hingeben ihre Verluste erhöht haben.

Die Auswertung der bvse-Branchenumfrage für den Bereich Fe- und NE-Schrott hat ergeben, dass 52 Prozent der Mitwirkenden massive Marktbereinigungen erwarten und fast 40 Prozent rechnen mit weiteren Kapazitätsanpassungen in diesem Jahr. Die Einschätzung hinsichtlich des zu erwartenden Wertstoffgesetzes ist ebenfalls recht pessimistisch. 60 Prozent erwarten eine Verschlechterung der gesammelten Qualitäten und 70 Prozent der bvse-Mitglieder gehen für die Fe- und NE-Metallschrotte von einem verringerten Mengenangebot aus. Durch das marktbeschränkende Anzeigeverfahren gem. KrWG sind viele Kleinsammler mittlerweile nicht mehr im Markt, was sich unter anderem im oben ausführlich beschriebenen rückläufigen Altschrottaufkommen manifestiert hat. Über 90 Prozent sehen eine kommunale Organisationsverantwortung aus unterschiedlichen Gründen kritisch und befürchten einen weiteren massiven Verdrängungswettbewerb.

Für 2016 erwartet die Schrottwirtschaft nochmals eine leicht rückläufiges Mengenaufkommen gegenüber dem Vorjahr und einen etwas verminderten Mengenabsatz gemäß der durch die Wirtschaftsvereinigung Stahl prognostizierten rückläufigen Rohstahlproduktion.

 

Quelle: bvse

Sekundärrohstoffbranche verharrt in Stagnation

       bvse-Präsident fordert Stärkung des Mittelstandes

Das Wachstum der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche hat sich in 2015 verlangsamt. Konnte in 2014 noch ein Umsatzwachstum von drei Prozent vermeldet werden, hat sich für 2015 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von nur noch zwei Prozent ergeben. Das ist das Ergebnis der jährlichen Branchenumfrage des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung mit seinen 840 Mitgliedsunternehmen, die einen jährlichen Umsatz von etwa 10 Milliarden Euro mit 50.000 Beschäftigten erwirtschaften.

         v.l.n.r. Eric Rehbock (HGF),
Bernhard Reiling (Präsident)

Dass das Umsatzwachstum der Unternehmen nicht noch stärker zurückgegangen ist, führt bvse-Präsident Bernhard Reiling auf die positive allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland zurück. Das laufende Jahr wird von den Unternehmen jedoch skeptisch betrachtet. Es wird mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von maximal einem Prozent gerechnet.

Die in weiten Teilen immer noch robuste Verfassung der Unternehmen spiegelt sich in einer verbesserten Eigenkapitalquote von 22 Prozent (2014: 19 Prozent) wider. Sorge bereitet jedoch die sehr magere Investitionsquote, die mit 7 Prozent gegenüber 6,5 Prozent in 2014 immer noch im Tal der Tränen verharrt. Reiling: „Mehr als Erhaltungsinvestitionen sind mit diesem Wert nicht zu stemmen.“

Nach den Worten von Reiling stellt sich die Gesamtsituation 2015 insgesamt durchwachsen dar. So wird das abgelaufene Geschäftsjahr mit der Note 3,0 (gegenüber 2,9 im Vorjahr) bewertet. „Es fehlen die Wachstumsimpulse. Die Branche verharrt insgesamt in einer Phase der Stagnation“, bilanziert der bvse-Präsident.

Der bvse macht dafür eine Reihe von Gründen aus. So seien die Preise für die Rohstoffe Öl und Erz oder die Industriemetallpreise in den letzten Jahren und Monaten kontinuierlich zurückgegangen. Vor allem die Metall- und Stahlschrottunternehmen leiden unter dieser Entwicklung. Aber auch die vielen Verschärfungen im Abfallrecht, die sich als Bremsklotz erweisen, machen den Unternehmern das Leben schwer. „Die Branche hat den Eindruck, dass die Politik nur noch verwaltet und keinen Ehrgeiz hat, neue Ziele zu setzen“, erklärte Reiling vor Medienvertretern in Düsseldorf.

Dieser Eindruck bestätigt sich bei der Frage zur Branchensituation. Hier kritisieren die Unternehmen vor allem immer weiter zunehmende Verwaltungs- und Administrationskosten. Die meist mittelständischen Unternehmen geben an, einem erheblichen Wettbewerbsdruck ausgesetzt zu sein, der vor allem von Konzernen und Kommunen ausgehe.

Das spielt auch beim Dauerthema Wertstoffgesetz eine entscheidende Rolle. Reiling: „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein Wertstoffgesetz mit privater Organisationsverantwortung einen bedeutenden Beitrag für mehr Recycling in Deutschland leisten könnte.“ Allerdings machte der bvse-Präsident sehr deutlich, dass dies kein Freibrief für die Politik ist. Für die bvse-Mitgliedsunternehmen kommt ein Wertstoffgesetz unter kommunaler Organisationsverantwortung nicht in Frage. Reiling: „Das ist die rote Linie! Immerhin satte 75 % befürchten in diesem Falle einen verstärkten Trend zur Kommunalisierung zulasten der mittelständischen Privatwirtschaft.“

Eine Kompromisslösung zum Wertstoffgesetz sollte nach Meinung der Mitglieder vor allem fairen Wettbewerb von der Sammlung bis zum Recycling ermöglichen, dürfe die gewerblichen Sammelstrukturen nicht beeinträchtigen und den Konzentrationstendenzen in der Branche nicht weiter Auftrieb geben. Das Fazit des bvse-Präsidenten lautet daher: „Mehr Impulse und Dynamik in der Recycling- und Entsorgungsbranche kann es nur geben, wenn die mittelständische Branchenstruktur gestärkt, den konzerngetriebenen Monopol- und Oligopol-Tendenzen begegnet und die weitere Kommunalisierung verhindert wird.“

 

Quelle: bvse

Das Kunststoffrecycling behauptet sich trotz eines niedrigen Ölpreises

       Hohe Input-Qualitäten lassen sich jetzt durchsetzen

Auch angesichts niedriger Recyclatpreise stimmt der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling nicht in die Kassandrarufe anderer Verbände ein. „Glücklich ist zwar niemand über den niedrigen Ölpreis, aber die Nachfrage nach guten Kunststoffqualitäten ist nach wie vor stabil. Das ist ein gutes Zeichen“, erklärt Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoffrecycling im bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Und der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling erkennt auch einen positiven Effekt an der gegenwärtigen Situation: „Der niedrige Ölpreis hilft all denen, die auf gute Qualitäten setzen.“ Inzwischen besteht nämlich ein gutes Angebot an Kunststoffabfällen berichten die Kunststoffexperten.

Während in den letzten Jahren das Kunststoffrecycling über mangelnde Inputmengen in Deutschland geklagt hat, gibt es jetzt ausreichende Verarbeitungsmengen. Die Zeiten der eingeschränkten Verfügbarkeit von guten Standardkunststoffen sind vorerst vorbei. Die bisherigen Mechanismen der Absteuerung guter Sortierware funktionieren nicht mehr. Marktteilnehmer haben teilweise Kunststoffabfälle in die Lager gefahren mit der Hoffnung auf Marktänderungen; diese Hoffnung scheint trügerisch zu sein. Die Steigerung an Verarbeitungsmengen in Deutschland ist auch darauf zurückzuführen, dass der Mengenabfluss nach Fernost stockt. Auf Grund des großen Angebots an Kunststoffabfällen in Europa fallen für diese auch die Preise.

Viele der angebotenen Sortierqualitäten haben sich in den letzten drei Monaten noch weiter verschlechtert. Die jetzt verfügbaren deutlich größeren Angebotsmengen können den Qualitätsmangel bislang kaum kompensieren. Allerdings können Kunststoffrecycler jetzt vermehrt mangelhafte Ware zurückweisen und auf qualitativ guten Input zurückgreifen. Immer noch zeigt der deutsche Verarbeitungsinput deutliche Mängel gegenüber der Ware, die aus benachbarten Ländern eingeführt werden kann.

„Kunststoffrecycler sind nicht mehr bereit, Kompromisse bei der Qualität einzugehen. Jetzt zählen nur noch beste Qualitäten, die dann und nur dann ihre Abnehmer finden“, betont bvse-Fachverbandsvorsitzender Dr. Dirk Textor.

 

Quelle: bvse

Rohstoffpreise auf Talfahrt

Der HWWI-Rohstoffpreisindex beginnt das neue Jahr wie er das alte Jahr beendet hat: mit einem neuen Tiefstand. Die Rohstoffpreise befinden sich weiterhin auf Talfahrt. Im Januar fiel der Gesamtindex auf Dollarbasis um weitere 12,5 % (in Euro: -12,4 %) und erreichte damit seinen geringsten Stand seit Februar 2004. Erneut waren die Preisrückgänge bei Energierohstoffen ausschlaggebend. Der Index für Energierohstoffe sank um 16,5 % (in Euro: -16,5 %), aber auch der Index ohne Energie fiel im Januar um 1,6 % (in Euro: -1,5 %). Industrierohstoffe verbilligten sich mit -0,8 % (in Euro: -0,7 %) im vergangenen Monat nur leicht.

Index für Energierohstoffe: -16,5 % (in Euro: -16,5 %)

Der Ausverkauf an den Ölmärkten hielt im Januar an. Nachdem die Ölpreise schon im Vormonat mit zweistelligen Raten gefallen waren, stürzten die Notierungen auch zum Jahresanfang weiter ab. Der Preis für die Referenzsorte Brent fiel um 18,2 % auf durchschnittlich 31,9 US-Dollar pro Barrel. Das Pendant aus den USA, West Texas Intermediate (WTI), notierte im Januar um 14,6 % geringer bei 31,8 US-Dollar pro Fass und der Preis für Öl aus dem Nahen Osten verringerte sich gar um 19,5 % auf 27,8 US-Dollar pro Barrel. Im Verlauf des Januars waren die Preistrends aber nicht durchgängig abwärts gerichtet: Zunächst sackte der Preis pro Fass Brentöl zur Monatsmitte auf unter 28 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit über zwölf Jahren. Darauf folgte eine Preiserholung auf 35 US-Dollar pro Barrel zum Monatsende. Der Ölmarkt befindet sich weiterhin in einem enormen Angebotsüberhang, der die Preise belastet. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung wird sein, wie und wann sich die Angebotsseite anpasst. Es gibt vermehrt Initiativen einiger Förderländer, die großen Fördernationen wie Saudi-Arabien und Russland zu gemeinsamen Produktionskürzungen zu bewegen, um die Preise zu stützen. Gerüchte über entsprechende Treffen waren infolgedessen für die Preissteigerungen ab Monatsmitte verantwortlich. Die Wahrscheinlichkeit solch einer koordinierten Maßnahme ist jedoch bei den unterschiedlichen Interessenlagen nur schwer einzuschätzen. Bliebe ein derartiger ölpolitischer Eingriff aus, ist ein auch mittelfristig niedriger Ölpreis das wahrscheinlichere Szenario.

Index für Industrierohstoffe: -0,8 % (in Euro: -0,7 %)

Die Preise für Industrierohstoffe gaben im Januar weiter nach und notierten damit weiterhin auf einem Niveau, das zuletzt in der Hauptphase der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 erreicht wurde. NE-Metall-Preise gaben im Januar erneut in der Breite nach. Der Kupferpreis sackte um 3,5 % ab, Nickel gab um 2,4 % nach und Zinn verbilligte sich um durchschnittlich 6,3 %. Die globale Überversorgung drückt weiterhin die Preise an den Metallbörsen. Zusätzlich belastet der ins Stocken geratene Wachstumsmotor China, welcher der Industrie über die vergangene Dekade hinweg steigende Nachfrage und hohe Preise beschert hatte. Einzig der Eisenerzpreis sowie der Preis für Stahlschrott konnten im Januar Preissteigerungen verbuchen. Der Preis für in Tianjin angelandetes Eisenerz stieg im Monatsdurchschnitt um 4,5 %. Dieser jüngste Preisanstieg scheint aber unter Anbetracht des enormen Angebotsüberhangs im Markt nicht von Dauer.

Quelle: www.hwwi.org

Untersteller: Mehr hochwertigen R-Beton einsetzen!

In Baden-Württemberg fallen rund 11 Millionen Tonnen Bauschutt und Straßenaufbruch pro Jahr an. Das ist etwa 3 mal mehr Menge als an klassischen Siedlungsabfällen, darunter Haus- und Sperrmüll entsteht. „Wenn es uns gelingt, möglichst viel der hierin enthaltenen mineralischen Rohstoffe wiederzuverwerten, können wir unserem Wirtschaftsstandort wichtige Ressourcen zur Verfügung stellen und hiermit zugleich Natur und Umwelt schonen,“ plädierte Umweltminister Franz Untersteller am 20.01.2016 auf einem Fachsymposium in Stuttgart.

Rund 40 bis 50 Prozent aller geförderten Rohstoffe gingen in den Bausektor, betonte Untersteller weiter. Dies verdeutliche, wie wichtig der Bausektor für eine konsequente Kreislaufwirtschaft und einen effizienteren Umgang mit Ressourcen sei. „Stoffkreisläufe zu schließen und mineralische Bauabfälle als hochwertige sekundäre Rohstoffquellen zu verstehen, ist Ressourceneffizienz pur“, so der Minister.

Zwar sei es erfreulich, dass sich der Einsatz von aufbereitetem Bauschutt in ressourcenschonenden Recycling-Beton in Baden-Württemberg zwischen 2012 und 2014 auf rund 71.000 Tonnen nahezu verdoppelt habe und das Thema Ressourceneffizienz bei den Akteuren der Baubranche im Land angekommen sei. „Dies ist aber noch lange nicht genug“, sagte Franz Untersteller. „Wir gehen davon aus, dass in Baden-Württemberg jedes Jahr rund drei Millionen Tonnen Recyclingmaterial qualitativ hochwertig in sogenanntem R-Beton wiederverwertet werden können.“ Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft zum dritten Male veranstaltete und bundesweit beachtete Fachsymposium „Optimierung der Ressourceneffizienz in der Bauwirtschaft: R-Beton schließt Stoffkreisläufe“ soll daher helfen, bestehende Hemmnisse abzubauen und Bauverwaltungen, Bauwirtschaft, Architekten und Ingenieure zu motivieren, bei ihren Vorhaben künftig vermehrt R-Beton einzusetzen.

Quelle: http://www.um.baden-wuerttemberg.de

Frankreich schreibt Verwertungskette für abgelaufene Lebensmittel vor

In Frankreich dürfen die Supermärkte zukünftig keine Lebensmittel mehr wegwerfen: Durch das neue Energiewende-Gesetz müssen sie eine Verwertungskette für abgelaufene Produkte anbieten, wie zum Beispiel die Vergärung in einer Biogasanlage.

Das französische Unternehmen Green Creative hat eine Maschine zur Trennung von Verpackung und Biomüll entwickelt – Flexidry, die ohne Wasser funktioniert. Der Vorteil ist, dass die damit gesammelte Biomasse trocken ist und direkt in einen Biogasvergärer eingespeist werden kann. Sie eignet sich insbesondere für die Reste aus Supermärkten und der Lebensmittelindustrie, die noch verpackt, aber schon abgelaufen sind.

Die Flexidry-Maschine basiert auf einem dreistufigen Prozess. Zunächst werden die Verpackungen in einem Perforations-Verfahren geöffnet. Danach wird die Biomasse von einer Rolle aus der Verpackung gepresst. Sie fließt dann durch ein Gitter, während die Verpackungen akribisch gebürstet werden, damit keine Bioreste verloren gehen: 99% des Inhalts werden auf diese Weise zurückgewonnen. Zudem beträgt der Anteil an anorganischem Material in der aussortierten Biomasse nur noch 0,2%. So entstehen zwei reine Rohstoffquellen, die beide verwertet werden können. Ohne diesen Trennprozess wäre dies nicht möglich gewesen.

Die Maschine gibt es bereits in zwei Größen: eine kann 1 000 t pro Jahr behandeln, die andere 10 000 t pro Jahr. Zwei Maschinen wurden schon im Sommer 2015 erfolgreich in Betrieb genommen. Auch bei der COP21 wurde die Lösung des Flexidry von den Organisatoren ausgewählt, um den bei der Klimakonferenz anfallenden Müll zu trennen und zu verwerten.

Mehr Informationen: green-creative.fr

Stahlwerke kauften 2015 über eine Million Tonnen weniger Schrott

„Der bvse schätzt den Schrottzukauf der deutschen Stahlwerke vom Handel im vergangenen Jahr auf insgesamt etwa 13,7 Mio. Tonnen. Gegenüber 2014 könnte der Schrottzukauf daher nach ersten Prognosen um über 1 Million Tonnen gesunken sein“, erklärte Birgit Guschall-Jaik, Schrottmarktexpertin des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Grund hierfür ist die schwierige Marktlage im Stahlbereich. Der Weltstahlmarkt leidet schon seit der Finanzkrise 2008/2009 an einer gravierenden Stahlüberproduktion, die schätzungsweise allein in Europa bei einer Produktionsmenge von ca. 170 Mio. Tonnen in 2014 bei rund 20 Mio. Tonnen und in China bei einer Produktion von 823 Mio. Tonnen bei 200 bis 300 Mio. Tonnen liegen soll.

Für den weltweit verminderten Stahlverbrauch gibt es viele Gründe. Neben den politischen Turbulenzen vor allem im Nahen Osten dürfte der wichtigste Grund in einer deutlichen Abschwächung der chinesischen Wirtschaft liegen. Bremsspuren in China wirken sich entsprechend aus, da z. B. 2014 der chinesische Anteil an der Weltstahlproduktion bei knapp 50 Prozent gelegen hat. Genau wie in allen anderen Regionen auch, werden notwendige Kapazitätsstilllegungen soweit wie möglich hinausgezögert. China hat vorrangig reagiert, indem es versucht hat, seine Überproduktion (ca. 110 Mio. Tonnen) mit Hilfe von Dumpingpreisen zu exportieren. Die Märkte reagierten darauf mit heftigen Preisrückgängen. Insgesamt befinden sich die Rohstoffmärkte im Abwärtstrend, wovon auch der Schrottmarkt nicht verschont geblieben ist, wie die Grafik verdeutlicht.

Dass der Schrottpreis nicht ganz so drastisch wie z. B. der Erz- und der Ölpreis gesunken sind, ist der Tatsache geschuldet, dass viele Elektrostahlwerke auf den Einsatz von Schrott angewiesen sind und nicht auf Alternativen ausweichen können. Das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage haben zu dieser Entwicklung geführt. Die Wettbewerbssituation der Elektrostahlwerke hat sich durch die günstigen Erzpreise jedoch verschlechtert, weil die integrierten Hüttenwerke mittlerweile einen erheblichen Kostenvorteil haben.

Der verringerte Schrottbedarf und die damit verbundenen Preisrückgänge erfordern von den Wirtschaftsbeteiligten im Schrottmarkt zügige Anpassungen. Teilweise wird von den Unternehmen der Versuch unternommen, durch Preisanpassungen gegenüber den Anfallstellen den Umsatz zu stabilisieren. Angesichts des von der Wirtschaftsvereinigung Stahl für dieses Jahr prognostizierten dreiprozentigen Rückgangs der Rohstahlproduktion, verfolgen dagegen weite Teile des Handels die Strategie, die eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Rationalisierung konsequent weiterzuverfolgen.

 

Quelle: bvse

bvse gegen mittelstandsfeindliche Ausschreibungsbedingungen

Bonn. Vielfach verhindern die Ausschreibungsbedingungen die Teilnahme von kleinen und mittleren Unternehmen an öffentlichen Vergabeverfahren. Das teilte der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung vor Kurzem dem Bundeskartellamt mit. In einem Schreiben erläuterte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock das Ergebnis verbandsinterner Diskussionen, die aufgrund der geplanten Sektoruntersuchung in der Abfallwirtschaft geführt wurden.

Natürlich habe die Teilnahme oder auch die Nicht-Teilnahme an Ausschreibungen vielfältige Gründe. Oftmals seien aber unfaire Bedingungen bei kommunalen Ausschreibungen, insbesondere im Bereich Altpapier, der ausschlaggebende Grund. Kritisiert wurden unter anderem zu kurze Ausschreibungszeiträume, die maximal drei Jahre betragen würde. Außerdem ließen sich die Kommunen einseitige Vertragsverlängerungen nach Abflauf der eigentlichen Vertragslaufzeit zu alten Konditionen zusichern, ohne dass externe Kostensteigerungen berücksichtigt werden könnten.

Auch sogenannte zweistufige Ausschreibungsverfahren würden durchgeführt. Hier würden die Unternehmen in der ersten Stufe aufgefordert ein Angebot abzugeben. Die fünf Bestbieter würden dann in der zweiten Stufe aufgefordert monatlich ihre Angebote abzugeben. Im Ergebnis erhalte nur das Unternehmen den Zuschlag, das sein Angebot aufstocke.

Auffällig sei, so kritisiert bvse-Hauptgeschäftsführer, dass diese Ausschreibungspraktiken eine extrem einseitige Risikoverteilung zu Lasten der Unternehmen zur Folge hätten, da diese Mengen in der Vermarktung bei der Papierindustrie nicht abzusichern sind. „Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben jedoch nicht die Möglichkeit, diese, oft unkalkulierbaren, Risiken einzugehen und verzichten deshalb auf eine Teilnahme“, berichtete Rehbock dem Bundeskartellamt. Große Konzerngesellschaften seien hier klar bevorteilt und könnten so auch bessere Margen erzielen.

Kritisiert wurde vom bvse auch, dass kommunale Ausschreibungen zudem auch oftmals neueste Fahrzeugtechnik, modernste Ident- und Verwiegungssysteme, häufige Abfuhrrhythmen verlangten und außerdem hohe Vertragsstrafen vorsehen. Die daraus resultierenden hohen Investbeträge, die rasch bei mehreren Millionen Euro liegen können, stellten, angesichts der kurzen Vertragslaufzeiten, ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Hemmnis bezüglich der Teilnahme mittelständischer Unternehmen an kommunalen Ausschreibungen dar.

Der bvse bat das Bundeskartellamt daher die geschilderte Problematik im Rahmen der Sektoruntersuchung aufzugreifen. Den Verband ärgert in diesem Zusammenhang nicht nur, dass kommunale Ausschreibungen mittelstandsfeindlich ausgestaltet und sich dadurch weniger Unternehmen an den Ausschreibungen beteiligen würden. Dass dies dann auch noch als Grund für Rekommunalisierungen angeführt würde, wie dies beispielsweise jüngst in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) geschehen ist, könne nicht nachvollzogen werden.

Quelle: bvse

Alle Jahre wieder – große Altglasmengen zur Weihnachtszeit

Alljährlich rund um Weihnachten und Neujahr herrscht in der Recyclingwelt Hochbetrieb. Speziell die Altglasmengen steigen zu den Feiertagen um etwa 30 Prozent. Bei Austria Glas Recycling, Österreichs Glasrecyclingspezialisten, und seinen Partnern meistert man diese bereits bekannten großen Mengen an Verpackungsglas mit zusätzlichen Entleerungsfahrten.

Dazu Dr. Harald Hauke, Geschäftsführer der Austria Glas Recycling GmbH: „Glasverpackungen sind zu den Feiertagen dem Anlass entsprechend sehr beliebt. Wir appellieren daher an die Bevölkerung, alle leeren Glasverpackungen zu den Glassammelstellen zu bringen. Selbst in Festtagsstimmung sollten wir auf Umwelt- und Klimaschutz nicht vergessen.“ Wichtig ist richtiges Recycling – gerade auch zu Weihnachten und Silvester. In den Glascontainer dürfen ausschließlich Glasverpackungen wie Wein- und Sektflaschen, Essig- und Ölflaschen, Konserven- und Marmeladegläser oder Parfumflakons.

Fehlwürfe und Silvesterböller als Gefahr beim Glasrecycling

Aus Unwissenheit passieren gerade um diese Jahreszeit Fehler – die chemische Zusammensetzung von Trinkgläsern, Punschhäferl, Christbaumkugeln oder Glasschmuck unterscheidet sich von jener der Flaschen und Flakons erheblich, weshalb diese keinesfalls gemeinsam recycelt werden können. Sektgläser, Glasschmuck & Co. gehören deshalb ebenso wie kaputte Spiegel oder Vasen zum Restmüll. Derartige Fehlwürfe in den Glascontainer können wertvolle Chargen Verpackungsglas zerstören. Zerstörerisch und gefährlich wirken auch Silvesterböller, wenn diese falsch eingesetzt werden.

In den letzten Jahren kommt es immer öfter vor, dass Feuerwerkskörper in Glascontainer geschmissen werden. Dieses Vorgehen vernichtet nicht nur hunderte Kilo wertvolles Altglas und dessen Behälter, sondern birgt darüber hinaus höchste Gefahr für alle Personen, die sich in der Nähe befinden.

 

Quelle: bvse

HWWI-Rohstoffpreisindex auf Jahrestiefstand

Nach drei Monaten mit vergleichsweise stabilen Preisen fiel der HWWI-Rohstoffpreisindex im November erneut und verringerte sich um 6,4 % im Vergleich zum Vormonat. In Euro-Notation belief sich der Rückgang aufgrund des schwachen Euros auf insgesamt 2,1 %. Damit markierte der Gesamt-Index im November seinen tiefsten Stand im laufenden Jahr sowie gleichzeitig auch seit über 6 ½ Jahren, als der Index im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise nur unwesentlich geringer notierte. Im vergangenen Monat gaben die Preise für Rohöl – nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierungsphase – wieder nach und der Index für Energierohstoffe fiel um 6,9 % (in Euro: -2,6 %). Auch Industrierohstoffe waren von den neuerlichen Kurseinbußen betroffen. Der Index für Industrierohstoffe sank um 6,0 % (in Euro: -1,7 %). Vergleicht man die derzeitige Lage an den Rohstoffmärkten mit dem Zustand vor 1 ½ Jahren, so hat sich die Situation dramatisch verändert: Die Preise sind drastisch eingebrochen und der HWWI-Rohstoffpreisindex hat sich mehr als halbiert.

Index für Energierohstoffe: -6,9 % (in Euro: -2,6 %)

Nach einer 3-monatigen Phase mit relativ stabilen Preisen ging es am Ölmarkt im November erneut ab-wärts. Der Preis der weltweit wichtigsten Referenzsorte Brent fiel im Monatsdurchschnitt um 6,8 % auf 46,04 US-Dollar pro Barrel. Für die US-amerikanische Sorte WTI musste mit durchschnittlich 43,01 US-Dollar pro Barrel 7,1 % weniger als im Vormonat bezahlt werden und der Preis für Nahost-Öl sank um 8,4 % auf 42,16 US-Dollar pro Barrel. Nach den Daten der Internationalen Energieagentur übersteigt seit dem ersten Quartal 2014 die global produzierte Menge an Rohöl den weltweiten Konsum. Das Angebot ist höher als die Nachfrage, als Folge sinkt der Preis und die Öllager füllen sich, Konsumenten profitieren und Produzenten geraten zunehmend unter Druck. Diese Lage hat sich seit fast zwei Jahren nicht merklich ge-ändert, sie hat sich in mancher Hinsicht sogar verschärft. Nebst der einfachen Betrachtung der Fundamen-taldaten sind auch die Erwartungen der zukünftigen Marktlage ausschlaggebend für das gegenwärtige Preisniveau. Im November verstärkten die Nachrichten die Erwartungen eines „tiefer-für-länger“ [lower-for-longer] – Szenarios. Im Vorfeld der OPEC-Sitzung am 04. Dezember deutet wenig auf eine Änderung des Marktzustandes hin. Im November letzten Jahres hatte das Kartell unter der Führung von Saudi-Arabien beschlossen, trotz des Angebotsüberhangs seine Produktion nicht zu drosseln und Marktanteile gegen kos-tenintensivere Produzenten zu verteidigen, was starke Preiseinbrüche zur Folge hatte. Die bisherigen Signa-le aus dem OPEC-Umfeld deuten gegenwärtig auf keinen signifikanten Strategiewechsel hin. Damit bleibt es wahrscheinlich, dass es in der nächsten Zeit keine dauerhaften Preisimpulse nach oben geben wird.

Index für Industrierohstoffe: -5,9 % (in Euro: -1,6 %)

Auch bei Industrierohstoffen fielen im November die Preise. Teilweise sanken die Notierungen auf Mehr-jahres-Tiefstände. Anhaltende Sorgen, dass die chinesische Wirtschaft – größter Verbraucher der meisten Industrierohstoffe – weiter ins Stocken gerät, trübten die Aussichten ein. Erste Prognosen gehen davon aus, dass Chinas Stahlnachfrage in diesem Jahr gefallen ist und auch 2016 fallen wird. Diese Perspektive schlägt sich insbesondere in den Rohstoffen für die Stahlproduktion wieder. Eisenerz erreicht mit einem Monats-durchschnitt von 46,18 US-Dollar pro Tonne seinen geringsten Wert seit 2004, als die Preisfindung für Ei-senerz noch bilateralen Verträgen unterlag und nicht im Spotmarkt bestimmt wurde. Auch die Preise für NE-Metalle fielen auf neue Tiefstände. Der Stahlveredler Nickel notierte mit zeitweise 8.155 US-Dollar pro Tonne auf seinem tiefsten Stand seit 2003, Zink und Kupfer erreichten mit monatsdurchschnittlichen 1.582 US-Dollar bzw. 4.808 US-Dollar pro Tonne ihre geringsten Stände seit 2009.

Quelle: www.hwwi.org