Entsorgung – Recycling – Containerdienst

News

1 2 3 8

Fachkräftemangel in der deutschen Transportwirtschaft

Die deutsche Transportwirtschaft verzeichnet vor dem Hintergrund anhaltend positiver Vorgaben aus der Gesamtwirtschaft weiterhin einen hohen Bedarf an Fachkräften. Diesem steht ein tendenziell knapper werdendes Fachkräfteangebot gegenüber.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Evaluierung der Arbeitsbedingungen sowie die Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation von Berufskraftfahrern, Lokführern und Binnenschiffern des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Bundesweit übertraf zuletzt sowohl bei Berufskraftfahrern als auch bei Schienenfahrzeugführern die Zahl der offenen Stellen die Anzahl der in den jeweiligen Berufsgruppen gemeldeten Arbeitslosen.

Lokführer zählen bereits seit mehreren Jahren zu den Berufsgruppen in Deutschland mit den höchsten abgeschlossenen Vakanzzeiten. Im Güterkraftverkehrsgewerbe führt die Personalknappheit bei einem Teil der Unternehmen dazu, dass Fahrzeuge nicht eingesetzt werden können und Aufträge abgelehnt werden müssen.

Der Wettbewerb um Fachkräfte spiegelt sich in steigenden Löhnen wider. Die tariflichen Lohnsteigerungen für Berufskraftfahrer, Lokführer und Binnenschiffer fielen zuletzt regelmäßig höher aus als die Anstiege der Verbraucherpreise. In allen genannten Berufsgruppen stieg zudem der Anteil ausländischer Fachkräfte an der Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Quelle: bvse.de

BG-Verkehr – Animationsfilme für den Güterverkehr

Zur Unterstützung von Unterweisungen im Güterkraftverkehr bietet die BG Verkehr ihren Mitgliedsunternehmen Animationsfilme an. Sie informieren zum Beispiel über richtiges Schuhwerk, das Einweisen beim Rückwärtsfahren oder erzählen von Hektik-Harry.

  • Die rund dreiminütigen Filme behandeln folgende Themen:
  •     Abstützung richtig benutzen
  •     Gefahrenbereiche meiden
  •     Öffnen von Laderäumen
  •     Abstimmung an der Rampe
  •     Wegrollen beim Kuppeln
  •     Stolpern, Rutschen, Stürzen
  •     Ein- und Aussteigen
  •     Hochgelegene Arbeitsplätze
  •     Rückfahrkamera
  •     Einweisen beim Rückwärtsfahren
  •     Fahren mit Durchblick
  •     Vernetzt oder verheddert: Informationstechnik im Fahrzeug sinnvoll einsetzen
  •     Panne
  •     Gesundheit
  •     Rücken
  •     Heben und Tragen
  •     Rückentagebuch
  •     Hektik Harry: Hektik erhöht das Unfallrisiko
  •     Stress
  •     Sekundenschlaf
  •     Warnkleidung
  •     Richtiges Schuhwerk

Alle Filme ansehen
>>> Hier kommen Sie zu den Filmclips

Quelle: www.bg-verkehr.de

Kamera-Überwachung von Dieselfahrverboten geplant

Das Dieselfahrverbot soll nach dem Willen der Bundesregierung durch eine automatisierte Überwachung kontrolliert werden. Das trifft auf Widerspruch des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, den dieser in einer Stellungnahme dem Bundesverkehrsministerium deutlich machte.

Nach dem Gesetzesentwurf soll den zuständigen Behörden zur Überwachung von Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverboten die Möglichkeit gegeben werden, im Rahmen von Kontrollen bestimmte Daten (auch automatisiert) erheben, speichern und verwenden zu dürfen. Insbesondere soll nach § 63 c I Nr. 3 des Entwurfes die Möglichkeit geschaffen werden, ein Bild des Fahrers zu machen.

Nach Meinung des bvse sei die Durchsetzung und Überwachung von Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverboten auch auf andere Weise, beispielweise durch Kontrollen vor Ort, möglich. Denkbar ist aus Sicht des Verbandes auch, eine ausschließliche Halterhaftung für Verstöße gegen Verkehrsbeschränkungen und Verkehrsverbote zu schaffen. So könnte zumindest auf das Bild des Fahrers verzichtet werden.

Der bvse stellt diese Regelung auch in Zusammenhang mit der im Mai in Kraft getretenen EU-Datenschutzgrundverordnung, die auch den Umgang mit Lichtbildern regelt.

„Die Umsetzung dieser datenschutzrechtlichen Regelung belastet insbesondere kleine und mittelständische Entsorgungsunternehmen enorm. Den Unternehmen strenge Regelungen des Datenschutzes aufzuerlegen und seitens des Staates zur vereinfachten Durchsetzung des Dieselfahrverbotes Lichtbilder aufnehmen zu dürfen, halten wir für zu weitgehend. Die Löschungsfrist für erhobene Daten von (höchstens) sechs Monaten halten wir für zu lang. Dafür sehen wir keine Notwendigkeit“, erklärte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Auch politisch ist die geplante Regelung umstritten. So kritisierte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass die Diesel-Krise aus Deutschland ein „Absurdistan“ mache und warnte vor einer „Totalüberwachung“.

Durch Fahrverbote würden moderne Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, „obwohl die Luft immer sauberer wird und die Messungen nicht einmal überall exakt erfolgen.“

Der FDP-Chef reagierte auf eine vom Kabinett auf den Weg gebrachte Änderung des Straßenverkehrsgesetzes. Diese würde die Video-Erfassung von Pkw-Kennzeichen und Fahrern erlauben, um Fahrverbote umzusetzen. Bei einem „automatischen“ Abgleich der Daten mit dem Zentralen Fahrzeugregister sollen Fahrzeuge mit unerlaubten Schadstoffklassen identifiziert und Bußgeldverfahren eingeleitet werden.

Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, sagte der „NOZ“: „Selbstverständlich müssen Fahrverbote durchgesetzt und Verstöße sanktioniert werden. Eine anlasslose und dauerhafte technische Überwachung aller Pkw, wie sie CSU-Verkehrsminister Scheuer und die Bundesregierung nun planen, ist auch und gerade angesichts der Tatsache, dass es hier um die Aufdeckung von möglichen Ordnungswidrigkeits-Verstößen geht, jedoch absolut unverhältnismäßig.“ Die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger „sollen hier erneut geschliffen werden“, so von Notz.

Rückendeckung für die Regierungspläne kam von den Kommunen. „Da Städte bereits vereinzelt Fahrverbote vorschreiben müssen stellt sich die Frage der Überwachung“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, der „NOZ“. „Wenn der Gesetzgeber nunmehr ein automatisiertes Scannen von Nummernschildern ermöglicht, ist dies ein geeignetes Verfahren, um die Kontrollen schnell, effizient und unbürokratisch umzusetzen“, so Landsberg. Das Verfahren könne automatisiert ablaufen. „Dem Datenschutz wäre Rechnung getragen, wenn nur bei einem registrierten Verstoß der Halterhinweis erfolgt. Eine grundsätzliche Datenspeicherung würde nicht stattfinden.“

Mit Material von OTS

Maut: Neue Mitwirkungspflichten für Fahrer

Der Gesetzgeber plant zum 1. Januar 2019 neue Tarife für die Lkw-Maut einzuführen. Das Gesetzgebungsverfahren ist derzeit noch nicht abgeschlossen, so dass sich noch Änderungen ergeben können. In dem Gesetzentwurf sind neue Mitwirkungspflichten für die Fahrer enthalten.

Bereits seit Juni 2018 erscheinen auf den On-Board Units die Gewichtsklassen. Bisher war die Eingabe freiwillig. Ab 1. Januar 2019 ist die Deklaration der Gewichtsklasse auf der OBU verpflichtend und zwingend erforderlich. Darüber hinaus ist bei Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen über 18 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zusätzlich die Anzahl der Achsen anzugeben. Die Angabe der Anzahl der Achsen ist aber auch bei geringerem zulässigem Gesamtgewicht freiwillig möglich. Wird die Gewichtsklasse nicht eingestellt, führt das zur Ahndung und Nacherhebung der Mautbeträge.

Mautsatz

Der Mautsatz je Kilometer setzt sich zusammen aus den drei Mautteilsätzen für die:

  • Infrastrukturkosten entsprechend der Gewichtsklasse der mautpflichtigen Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen. Ab einem zulässigen Gesamtgewicht von über 18 Tonnen wird zusätzlich nach bis zu 3 bzw. über 4 Achsen unterschieden,
  • verursachten Luftverschmutzungskosten abhängig von der Schadstoffklasse,
  • verursachten Lärmbelastungskosten mit 0,002 Euro.

Gewichtsklassen

Die Gewichtklassen werden wie folgt differenziert:

≥ 7,5 Tonnen – 11,99 Tonnen
≥ 12 Tonnen – ≤18 Tonnen
> 18 Tonnen mit bis zu 3 Achsen
> 18 Tonnen mit 4 und mehr Achsen

Wichtiger Hinweis

Für die Ermittlung des zulässigen Gesamtgewichts von Fahrzeugkombinationen werden, abweichend von der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, die zulässigen Gesamtgewichte der Einzelfahrzeuge addiert. Stütz- und Aufliegelasten werden nicht berücksichtigt.

Weitere Informationen und ein Video zum Thema finden Sie auf der Webseite von Toll Collect
>>> hier

Quelle: www.bvse.de

Recyclingbranche profitiert von guter Konjunktur

„Bei aller Unterschiedlichkeit der verschiedenen Märkte, hat sich die anhaltend gute Konjunktur damit auch in der Recycling-, Sekundärrohstoff- und Entsorgungsbranche positiv ausgewirkt“, stellt bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock fest.

00 2018 Eric RehbockDie Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche profitierte in 2017 und 2018 von einer insgesamt ausgezeichneten gesamtkonjunkturellen Entwicklung. Nur so konnten tiefgreifende Veränderungen des Marktumfeldes, wie zum Beispiel der faktische Wegfall des Exportmarktes China, aufgefangen werden.

Die Gesamtsituation hat sich nach 2016 auch 2017 noch einmal leicht verbessert. So wird das abgelaufene Geschäftsjahr von den Unternehmen mit der Note 2,3 (gegenüber 2,5 in 2016) bewertet und auch für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmen zuversichtlich.

Die Erfassungsmengen konnten dementsprechend 2017 gegenüber dem Vorjahr über fast alle Sekundärrohstoffströme hinweg gesteigert werden. Für das laufende Jahr, so Eric Rehbock, zeichnet sich zwar eine durchaus stabile Entwicklung der Erfassungsmengen ab. Allerdings gibt es schon erste Anzeichen für eine beginnende Eintrübung der Konjunktur, so dass für das kommende Jahr mit Korrekturen gerechnet werden muss.

Die Branche hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 3 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen als 2016. Auch für das laufende Jahr rechnen wir damit, dass der Arbeitsplatzaufbau auf gleichem Niveau anhält.

Die im Vergleich zu 2016 positivere Geschäftsentwicklung haben die Unternehmen zudem nutzen können, ihre Eigenkapitalquote von 21 Prozent in 2016 auf 22 Prozent in 2017 zu verbessern. Die Investitionsquote konnte 2017 mit 8,5 Prozent gegenüber 2016 (6 Prozent) deutlich gesteigert werden. Für das laufende Jahr wird mit einem ähnlichen Wert gerechnet.

„Die Umfrage zeigt, dass die Investitionsquote das Tal der Tränen verlassen hat, doch das ist für die mittelständischen Unternehmen kein Grund sich zufrieden zurückzulehnen. Der Markt ist hart umkämpft, die Branche hat nach wie vor einen hohen Investitionsbedarf und kämpft gleichzeitig mit einem enormen Margendruck“, betont bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock abschließend.

Verpackungshersteller ziehen positive Bilanz für das Jahr 2017

Der Verpackungsmarkt ist im Jahr 2017 weiter gewachsen. Nach Angaben des Gemeinschaftsausschusses Deutscher Verpackungshersteller (GADV) wurden im Jahr 2017 rund 19 Millionen Tonnen Packmittel hergestellt. Damit stieg die Produktionsmenge um 1,1 Prozent. Der Umsatz legte um 4,6 Prozent auf rund 33 Mrd. EUR zu.

Wie in den Jahren zuvor generierten die Kunststoffverpackungen mit einem Anteil von rund 44 Prozent den größten Anteil am Umsatz, mengenmäßig waren die Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe mit rund 47 Prozent die größte Packmittelfraktion.

Bei der Produktion zeigt sich bei den Packmittelfraktionen ein geteiltes Bild: Den stärksten Zuwachs verzeichneten die Kunststoffverpackungen mit einem Plus von 2,1 Prozent, gefolgt von Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton (plus 2,0 Prozent) und Glasverpackungen (plus 1,7 Prozent). Rückläufig war dagegen die Produktion bei den Metallverpackungen aus Stahl (minus 8,2 Prozent). Die Produktion von Verpackungen aus Aluminium ging aufgrund von Produktionsverlagerungen trotz allgemein guter Konjunktur um 2,8 Prozent zurück.

Beim Umsatz zeigen sich die Packmittelfraktionen dagegen einheitlich positiv: Den höchsten Zuwachs verzeichneten im Jahr 2017 die Metallverpackungen mit einem Plus von 7,8 Prozent, gefolgt von Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton (plus 5,6 Prozent), den Kunststoffverpackungen (plus 3,9 Prozent), Verpackungen aus Aluminium (plus 3,2 Prozent) und Glas (plus 2,4 Prozent).

„Die deutsche Verpackungsindustrie ist nicht nur eine äußerst dynamische und kreative Branche mit konstanten Wachstumsraten, sondern hat in der modernen Wirtschaft und Gesellschaft eine geradezu systemtragende Rolle. Ohne leistungsfähige Verpackungen wäre eine sichere, zuverlässige und preiswerte Versorgung der Menschen mit allen denkbaren Gütern des täglichen Bedarfs nicht denkbar“, sagt Dr. Johann Overath, GADV-Sprecher und Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Glasindustrie e.V.

Doch Verpackungen müssen heute weit mehr leisten, als das in ihnen verpackte Füllgut optimal zu schützen. Politik und Verbraucher formulieren klare Vorgaben an zukunftsfähige Verpackungen. So stellt das Verpackungsgesetz, das im nächsten Jahr in Kraft treten wird, hohe Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Und auch viele Endverbraucher legen Wert auf umweltfreundlichen und nachhaltigen Konsum. So spielt die Funktionalität von Verpackungen im Hinblick auf Wiederverschließbarkeit, flexible Füllgrößen und Portionierbarkeit zwar weiterhin eine wichtige Rolle, aber auch aktuelle Verbrauchertrends wie Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein, Regionalität, Nachhaltigkeit sowie das steigende Engagement gegen Lebensmittelverschwendung müssen von den Verpackungsherstellern bedient werden. „Verpackungen tragen maßgeblich dazu bei, Lebensmittelverschwendung zu verhindern, indem sie Lebensmittel haltbar und lagerfähig machen“, unterstreicht Overath. Das Sekretariat des GADV führt turnusgemäß der Bundesverband Glasindustrie e. V.

Quelle: www.kunststoffverpackungen.de

Hitzewelle sorgt für eine erhöhte Unfallgefahr bei Lkw

Hitzewelle sorgt für erhöhte Unfallgefahr bei Lkw / ADAC Truckservice warnt vor Reifenschäden und informiert über die wichtigsten Verhaltensregeln.

Die anhaltende Hitze lässt die Gefahr von Reifenschäden, insbesondere Reifenbränden akut ansteigen. Der ADAC TruckService rät deshalb, die Lkw-Bereifung zu überprüfen.

„Extreme Hitze in Kombination mit zu niedrigem Luftdruck ist eine der häufigsten und meist unterschätzten Ursachen für Reifenschäden“, sagt Christoph Walter, Geschäftsführer der ADAC TruckService GmbH & Co. KG, Laichingen. Klettert das Thermometer für längere Zeit deutlich über 30 Grad Celsius kann die Asphalttemperatur 40 bis 60 Grad Celsius erreichen. Die Reifen werden weicher, verschleißen schneller, überhitzen und können Feuer fangen.

Konkret sollten Fahrer jetzt den Fülldruck am kalten Reifen prüfen. Zudem raten die Pannenhelfer, Reifen und Reserverad genau auf Beschädigungen, wie Schnitte durch Fremdkörper zu untersuchen.

Kommt es dennoch zu einem Reifenplatzer, ist das nicht zu überhören. Ein lauter, explosionsartiger Knall, peitschenartig herumschleudernde Teile und reichlich Rauchentwicklung sind typisch. Der Fahrer sollte keinesfalls vollbremsen, sondern dosiert zwischenbremsen und den Lkw ausrollen lassen.

Fängt ein Reifen Feuer, kann ein umsichtiger Fahrer oft Schlimmeres verhindern. Oberste Regel ist, keine Menschenleben zu gefährden. Bei Zwillingsbereifung rät der ADAC Truckservice, mit Warnblinker schlingernd weiterzufahren, bis sich der brennende Reifen von der Felge gelöst hat. Pkw-Fahrer sollten keinesfalls überholen und ausreichend Abstand halten. Hält der Fahrer sofort an, greift mit hoher Wahrscheinlichkeit das Feuer auf den ganzen Lkw über.

Generell gilt: So früh wie möglich die Feuerwehr alarmieren, möglichst noch während der Fahrt. Wichtig ist eine genaue Beschreibung der Fahrzeugposition sowie Informationen zur Ladung, vor allem wenn es sich um Gefahrgut handelt.Mit Single-Bereifung oder einem Reifenbrand an der vorderen Lenkachse sollte man allenfalls mit Schrittgeschwindigkeit weiterfahren. Sobald der brennende Reifen platzt oder sich von der Felge löst, wird das Fahrzeug in der Regel unkontrollierbar und kann bei höheren Geschwindigkeiten mit Leichtigkeit zum Beispiel eine Leitplanke durchbrechen.

Bei eigenen Löschversuchen in kurzen Stößen und unmittelbar am Feuer von unten nach oben und in Windrichtung bekämpfen. Da explodierende Reifen zu Geschossen werden können, ist es lebenswichtig niemals direkt vor dem Reifen, also in Achsrichtung zu stehen, sondern schräg versetzt oder in Fahrtrichtung.

Ein ausführliche Sammlung von Hitzetipps hat der ADAC Truckservice auf seiner Website zum Download bereitgestellt: zu den Hitzetipps

Im Fall eines Schadens sind die Pannenhelfer in Deutschland rund um die Uhr unter 0800 524 8000 und in Europa unter 00800 8432 8432 zu erreichen.

Quelle: www.adac.de

Diese Länder verschmutzen die Weltmeere besonders stark

Allein im Jahr 2010 führte China 8,8 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere – das entspricht dem Gewicht von etwas zehn Golden Gate Brücken.

Auch Amerika macht sich der massiven Verschmutzung der Weltmeere schuldig, liegt mit 0,3 Millionen Tonnen jedoch weit hinter den Chinesen.

08 06 Destatis infografik 14944 jaehrliche plastikverschmutzung im meer pro land n

Quelle:
https://de.statista.com/infografik/14944/jaehrliche-plastikverschmutzung-im-meer-pro-land/

Fraunhofer veröffentlicht Studie zu Mikro und Makroplastik

Gerade in den Sommerferien wird die Vermüllung durch Plastikabfälle den Urlaubern an den Stränden besonders präsent. Doch woher stammen die kleinen Kunststoffpartikel? Welche Mengen werden jährlich in Deutschland emittiert? Diese Fragen standen u. a. im Fokus der »Konsortialstudie Mikroplastik«, die Fraunhofer Umsicht im Auftrag von Partnern aus der Kunststoffindustrie, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Forschung in den letzten zwei Jahren zu Mikro- und Makroplastik erstellt hat.

07 11 Fraunhofer StudieEine Kurzfassung der Studie mit Fazits und Empfehlungen ist ab sofort kostenfrei erhältlich.

Mikroplastik ist nicht immer direkt zu erkennen, man muss den Blick schon etwas schärfen. Doch dann kommen sie nahezu überall zum Vorschein: Kunststoffpartikel, kleiner als 5 mm. So zumindest die weit verbreitete Definition.

Allgemeingültig ist sie jedoch nicht zwangsläufig: »Es ist schwierig, den regulatorischen, wissenschaftlichen und kommunikativen Ansprüchen gemeinsam gerecht zu werden. Durch die Abgrenzung der Größe und Einschränkung auf spezielle Kunststoffe oder Einsatzgebiete wird eine Grenze gezogen, die unter Umständen Problembereiche ungerechtfertigt ein- oder ausschließt. Eine Definition sollte vielmehr anhand der Umweltwirkung festgemacht werden. Doch dazu reicht der heutige Wissensstand nicht aus«, erklärt Jürgen Bertling aus der Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement beim Fraunhofer UMSICHT, Initiator und Haupt-Autor der »Konsortialstudie Mikroplastik«.

Kategorisierung von Mikroplastik

Im Rahmen der Studie erfolgte zunächst eine neue Kategorisierung von Mikroplastik: Primäres Mikroplastik Typ-A sind industriell hergestellte Kunststoffpartikel, deren Verlust bewusst in Kauf genommen oder durch Unachtsamkeit verursacht wird. Hierzu zählen z. B. Microbeads in Kosmetika oder Kunststoffpellets. Dagegen entsteht primäres Mikroplastik Typ-B erst in der Nutzungsphase durch Abrieb oder Verwitterung. Das ist etwa bei Autoreifen, Schuhsohlen, Textilien oder Farben der Fall. Gelangen Kunststoffabfälle, hauptsächlich Verpackungen, Plastiktüten oder Flaschen – sogenanntes Makroplastik –, in die Umwelt und fragmentieren dort, werden sie dem sekundären Mikroplastik zugeordnet. Diese Einteilung ist insbesondere bei der Zuweisung von Verantwortung wichtig. Je nach Quelle liegt sie mehr beim Produzenten oder beim Konsumenten.

Kunststoffemissionen bestehen in Deutschland zu 74 Prozent aus Mikroplastik

Die Autoren der Konsortialstudie ermittelten insgesamt 51 Mikroplastikquellen und berechneten die Emissionen. Reifenabrieb, Freisetzung bei der Abfallentsorgung, Abrieb von Bitumen in Asphalt, Pelletverluste, Verwehungen von Sport- und Spielplätzen liegen ganz vorne. Die Freisetzung von Mikroplastik aus Kosmetik etwa gelangt auf Platz 17. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Reduzierung von Emissionen aus jeder Quelle wichtig ist. Weitere Faktoren wie Abbaubarkeit oder Kunststoffadditive spielen bei der Wirkung auf die Umwelt ebenfalls eine große Rolle und sollten daher bei der Priorisierung der Quellen berücksichtigt werden. Geht man davon aus, dass es noch weitere Quellen gibt, so ergibt sich für Deutschland eine Gesamtmenge von gut 4 kg pro Kopf[1], die jährlich an Mikroplastik in die Umwelt freigesetzt wird. Dagegen betragen die Emissionen an Makroplastik nur etwa 1,4 kg pro Kopf und Jahr[1]. Das, was wir an Plastikmüll an Raststätten, in Parks und am Strand finden, ist also der sichtbare, aber weitaus kleinere Teil von Kunststoffen in der Umwelt.

Auf Kosten des Klärschlamms

Die Siedlungswasserwirtschaft spielt bei der Emission von Kunststoffen in die Umwelt eine wichtige Rolle, sowohl als Eintragspfad als auch für den Rückhalt. Etwa 78 Prozent des Abwassers werden innerhalb der Siedlungswasserwirtschaft durch Kläranlagen gereinigt. Die restlichen 22 Prozent, überwiegend Niederschlagswasser, werden nur teilweise gereinigt, sodass mit den Niederschlägen Makro- und Mikroplastik in die Ökosysteme gespült werden. Kläranlagen halten je nach technischer Ausstattung über 95 Prozent des zuströmenden Mikroplastiks zurück. »Der hohe Rückhalt der Kläranlagen geht jedoch auf Kosten des Klärschlamms, in dem sich die kleinteiligen Kunststoffe anreichern. Hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob eine vollständige Verbrennung des Klärschlamms der landwirtschaftlichen und landschaftsbaulichen Nutzung vorzuziehen ist, um eine Weiterverbreitung von Mikroplastik in der Umwelt und somit eine Problemverlagerung zu verhindern«, sagt Ralf Bertling, Abteilung Photonik und Umwelt beim Fraunhofer UMSICHT, der sich im Rahmen der Studie der Siedlungswasserwirtschaft gewidmet hat. Der Co-Autor weiter: »Auch ist die Siedlungswasserwirtschaft ‚mehr als Kläranlagen‘. Dem Typus des Entwässerungssystems – Trenn- oder Mischsystem – und ebenso der Niederschlagsentwässerung inner- und noch mehr außerorts sollte viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Durch Regen und andere Wettereignisse werden z. B. Reifenabrieb oder Kunststoffabfälle nicht nur in die Kanalisation, sondern nahezu überall hin gespült.« Vor allem außerorts werde nicht jeder Liter Regen behandelt, sondern fließe besonders bei Starkregen häufig ungereinigt, direkt oder indirekt, dem nächsten Gewässer zu.

Kunststoffen einen Wert geben

Die Ergebnisse der Studie wurden am 21. Juni 2018 in Berlin vorgestellt und im Anschluss mit Konsortialpartnern, Experten und Zuschauern diskutiert. Wichtig war es den Autoren, auch Lösungswege aufzuzeigen, Fazits zu ziehen und Empfehlungen zu geben. »Kunststoffen einen Wert geben« war einer der am häufigsten betonten Aspekte auf der Veranstaltung.

»Wir können davon ausgehen, dass sich Mikroplastik bereits in allen Bereichen der Umwelt befindet. Das ergibt sich schlichtweg daraus, dass wir überall Kunststoffe einsetzen und die Emissionen über Wind und Wasser verbreitet werden. Es ist also kein Wunder, wenn wir Mikroplastik in der Luft, im Trinkwasser oder in Nahrungsmitteln finden«, so Leandra Hamann, Abteilung Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement beim Fraunhofer UMSICHT und ebenfalls Co-Autorin der Studie. Auch wenn sich bisher noch kein konkretes Gefahrenpotential zeigt, so sind sich die Beteiligten einig, dass die Kunststoffe in der Umwelt reduziert werden müssen.

Neben dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft, Verboten von bestimmten Produkten, der Entwicklung neuer Filtersysteme und der Anpassung der Siedlungswasserwirtschaft kann auch jeder selbst etwas tun: »Wenn man eh unterwegs ist, einfach mal herumliegenden Müll aufheben und in den nächsten Mülleimer entsorgen Das geht besonders gut im Urlaub, wo in der Regel mehr Zeit vorhanden und der Blick für die Umgebung intensiver ist. Aber auch im Alltag ist das bereits selbstverständlich für mich.« Neben der Entfernung des Mülls geht es Hamann besonders darum, auf das Problem aufmerksam zu machen und andere dazu anzuregen, ebenfalls tätig zu werden.

Mikroplastik und Fraunhofer UMSICHT

Seit 2014 beschäftigt sich die AG Mikroplastik beim Fraunhofer UMSICHT mit Mikroplastik und Kunststoffen in der Umwelt. Derzeit laufen Projekte zur Bewertung von Mikroplastik mittels Ökobilanzierung, zur Erstellung eines Modells zu Mengen und Verbreitung von Reifenabrieb, zur Entwicklung eines Waschmaschinenfilters zum Rückhalt von Mikroplastik sowie zu den Folgen von Kunststoffen auf landwirtschaftlichen Flächen. Ein weiterer Bericht zu Mikroplastik in Kosmetik, Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln in Kooperation mit der Bundesgeschäftsstelle des NABU e. V. erscheint im Juli 2018.

 

Quelle: bvse.de

Niedersachsen: 24,7 Millionen Tonnen Abfall im Jahr 2016 entsorgt – 41% der Menge waren Bauabfälle

Im Jahr 2016 wurden in den 1.010 in Niedersachsen betriebenen Abfallentsorgungsanlagen 24,7 Millionen Tonnen Abfälle aufbereitet oder entsorgt. Rund 81% der Abfälle kamen aus Niedersachsen. Gegenüber dem Jahr 2015 stieg die Abfallmenge um 89.000 Tonnen beziehungsweise 0,4%.

Den größten Anteil am Gesamtaufkommen hatten nach Mitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) mit 41% (10,1 Millionen Tonnen) die Bau- und Abbruchabfälle. Dazu gehören Boden, Steine oder Bauschutt, allerdings ohne Bauschuttrecycling.

Ebenfalls stark ins Gewicht fielen die Siedlungsabfälle mit einem Anteil von 19% (4,6 Millionen Tonnen). Darunter waren 2,0 Millionen Tonnen gemischte Siedlungsabfälle wie zum Beispiel Hausmüll oder hausmüllähnlicher Gewerbeabfall.Außerdem zählten dazu 2,2 Millionen Tonnen getrennt gesammelte Fraktionen, darunter 399.000 Tonnen Papier, Pappe und Karton, einschließlich Verpackungen.

Rund 1,1 Millionen Tonnen der 2016 entsorgten Siedlungsabfälle waren Bioabfälle, zumeist bestehend aus Grünabfällen und der Biotonne. Innerhalb der gewerblich organisierten Abfallentsorgung im Rahmen der Entsorgungswirtschaft wurden rund 10 Millionen Tonnen Abfälle entsorgt, zum Beispiel bergbauliche oder landwirtschaftliche Abfälle, Abfälle thermischer Prozesse aus Kraft- beziehungsweise Stahlwerken.

Unter dem Gesamtabfallaufkommen in Höhe von 24,7 Millionen Tonnen befanden sich 2,1 Millionen Tonnen besonders überwachungsbedürftige Abfälle. Diese werden aufgrund ihrer Zusammensetzung als potenziell gefährlich angesehen und unterliegen daher beim Transport und bei der Entsorgung besonderer Überwachung.

Rund 14% beziehungsweise 3,4 Millionen Tonnen des angelieferten Abfalls waren Sekundärabfälle in Form von Schlacken, Schlämmen, Sortierresten oder Aschen, die in Abfallentsorgungs- oder Abwasserbehandlungsanlagen anfielen.

Mehr als drei Viertel (77%) der in Niedersachsen im Jahr 2016 entsorgten Abfälle (19 Millionen Tonnen) wurden in Abfallbehandlungsanlagen aufbereitet bzw. verwertet und konnten der Kreislaufwirtschaft damit überwiegend wieder zugeführt werden. Die restlichen 23% wurden größtenteils in Deponien entsorgt oder thermisch verwertet.

Von den 19,9 Millionen Tonnen, die aus Niedersachsen kamen, zählten 22% (4,4 Millionen Tonnen) zu den betrieblichen Abfällen.

Quelle: www.statistik.niedersachsen.de

Nach 68 Jahren ausgedient: Versandhändler OTTO schafft Printkatalog ab

Der Onlinehändler OTTO versendet im Dezember 2018 den letzten großen Hauptkatalog. Nach 68 Jahren hat das in Millionen deutschen Haushalten bekannte Print-Medium, das Stars wie Claudia Schiffer, Heidi Klum oder Nena zierten, endgültig ausgedient. Die Kunden hätten den Katalog selbst abgeschafft heißt es von der Konzernleitung

07 10 Katalog OTTODer erste Katalog 1950 Der erste Otto Katalog erscheint 1950 in 300 handgebundenen Exemplaren mit eingeklebten Fotos und mit einer Kordel gebunden. Auf 14 Seiten werden 28 Paar Schuhe präsentiert.„Unsere Kunden haben den Katalog sukzessive selbst abgeschafft, weil sie ihn immer weniger nutzen und schon längst auf unsere digitalen Angebote zugreifen. Entsprechend sagen wir jetzt „tschüss“ – als letztes Zeichen einer gelungenen Transformation vom einstigen großen Katalogversender zum reinen Onlinehändler, die weltweit so nur OTTO geschafft hat“.

Sehr früh war das Unternehmen mit otto.de ab Mitte der 90er Jahre im Internet präsent. Mit der Verbreitung des Smartphones entdeckten immer mehr Kundinnen und Kunden die Vorteile, auf otto.de in einem breiten Sortiment zu stöbern, inspiriert zu werden und transparent Vergleiche anzustellen. In den folgenden Jahren wurde der Katalog damit zunehmend zu einem Marketingtool, von dem sich die Verbraucher inspirieren ließen, um nachfolgend auf otto.de online zu bestellen. Durch den Boom im digitalen Marketing wurde er auch in diesem Bereich schnell ersetzt.

Aktuell entwickelt sich das Unternehmen zudem verstärkt zur Plattform, auf der immer mehr Marken und Lieferanten ihre Artikel online anbieten können. Daher wird am 4. Dezember 2018 der Katalog mit dem Frühjahr-/Sommer-Sortiment 2019 zum letzten Mal verschickt.
Denn mittlerweile sind über 95 Prozent der OTTO-Kunden Digitalbesteller – und otto.de der zweitgrößte Onlineshop Deutschlands und Europas mit fast sieben Millionen aktiven Kunden. Mehr als die Hälfte aller Käufe erfolgt mobil über Smartphone und Tablet. Per Web und App kann der Kunde zurzeit rund drei Millionen Produkte von 6.800 Marken bestellen.

OTTO ist darüber hinaus mit Abstand die Nummer 1 im deutschen Online-Möbelhandel. Allein im Sortiment Home & Living lag der Umsatz 2017/2018 bei über 950 Millionen Euro.

Entsprechend spielt der Hauptkatalog als Vertriebskanal schon seit Jahren mit einem einstelligen Anteil am Gesamtumsatz von 2,956 Milliarden Euro nur noch eine untergeordnete Rolle für das Hamburger Unternehmen.

 

Quelle: bvse.de

Investitionsquote der Unternehmen im Euroraum auf 23,1% gestiegen

Gewinnquote der Unternehmen auf 40,6% gesunken

Im ersten Quartal 2018 lag die Investitionsquote der Unternehmen im Euroraum bei 23,1%, gegenüber 22,9% im Vorquartal. Die Gewinnquote der Unternehmen im
Euroraum betrug im ersten Quartal 2018 40,6%, gegenüber 40,8% im vierten Quartal 2017.

Diese Daten stammen aus einer ersten Veröffentlichung von saisonbereinigten vierteljährlichen europäischen Sektorkonten durch Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union, und die Europäische Zentralbank (EZB).

07 10 Eurostat Investitionsquote

Quelle und weitere Informationen:
ec.europa.eu/

415 Kilogramm Wertstoffe für das Recycling

Nirgends in Europa werden Haushaltsabfälle konsequenter nach Wiederverwertbarem und Restmüll getrennt als in Deutschland: In keinem anderen europäischen Land ist der Recyclinganteil so hoch wie hier.

00 bdoDamit produzieren nur zwei europäische Länder weniger Restmüll pro Kopf als Deutschland. Das zeigt die Auswertung der Datenrecherchen zum aktuellen „BDO International Business Compass (IBC)“ von BDO und Hamburgischem WeltWirtschaftsInstitut (HWWI).

Jährlich über 415 Kilogramm Wertstoffe führt rechnerisch jeder Deutsche dem Recycling zu. Damit nimmt das Land den Spitzenplatz in Europa ein, gefolgt von der Schweiz mit knapp 382 Kilogramm, Dänemark (372 kg) und Österreich (326 kg).

Enormen Nachholbedarf bei der Recyclingquote haben die Schlusslichter unter den 30 untersuchten europäischen Ländern. In der Türkei werden laut Eurostat lediglich 9,2 Prozent, in Malta 7,1 Prozent und in Serbien sogar nur 0,3 Prozent der Haushaltsabfälle weiterverwertet.

Durch ihre hohe Recyclingquote von 66,1 Prozent sichern sich die Deutschen in Europa den dritten Platz auf der Rangliste mit dem wenigsten Restmüll. Mit 213 Kilogramm pro Kopf liegen sie knapp hinter den Polen (196 kg) und den Belgiern (172 kg). Den meisten unverwerteten Restmüll je Einwohner produzieren dagegen Norwegen (468 kg), Zypern (532 kg) und Malta (584 kg).

„Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft schont nicht nur die Umwelt, sondern sie bringt allen Beteiligten wirtschaftliche Vorteile“, so Parwäz Rafiqpoor, Vorstand der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Damit werden endliche Ressourcen verfügbar gehalten, was sich dämpfend auf ihr Preisniveau auswirkt. Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit gehen so Hand in Hand.“

„Mülltrennung wirkt“, so Prof. Dr. Henning Vöpel, Direktor des HWWI. „Trotz des in Deutschland relativ hohen gesamten Müllaufkommens gehen so dem Wirtschaftskreislauf vergleichsweise wenige wichtige Ressourcen endgültig verloren. Hier sind allerdings noch Verbesserungen möglich. Recycling ist richtig und wichtig. Haushalte sollten aber noch stärker darauf achten, dass Abfälle gar nicht erst entstehen – insbesondere nicht wiederverwertbare.“

Der BDO International Business Compass (IBC) ist ein Index zur Bestimmung der Attraktivität internationaler Standorte für Unternehmen, den die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zusammen mit dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) am 22. Mai 2018 zum mittlerweile siebten Mal veröffentlicht. Die Studie ist ein Angebot von BDO und HWWI an international tätige Unternehmen aus Industrie und Mittelstand, sich einen schnellen Überblick zu fast allen Ländern der Welt zu verschaffen. Der thematische Schwerpunkt der nach kostenlos abrufbaren Studie liegt in diesem Jahr auf dem globalen Energie- und Ressourcenverbrauch.

Quelle: bvse

China macht sich unabhängiger von Umwelttechnik aus Deutschland

China möchte sich auch in der Kreislaufwirtschaft deutlich unabhängiger von anderen Märkten machen.

Dieses Fazit zog Naemi Denz, Geschäftsführerin des VDMA Abfall- und Recyclingtechnik, auf der Veranstaltung „Der chinesische Markt für Umwelttechnik“ des Bayrischen Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz am 17. Mai auf der Umwelttechnikmesse IFAT in München.

„Laut dem 13. Fünf-Jahresplan soll die Recyclingquote in China auf 35 Prozent anwachsen. Darüber hinaus soll knapp die Hälfte des Abfalls in Zukunft verbrannt werden. Somit bewegt sich China weg von der Deponierung, des heutigen Hauptentsorgungsweges“, erläuterte Denz. Hierfür geht die chinesische Regierung von knapp 38 Milliarden Dollar Investitionsvolumen aus. Zur Modernisierung der Abfallwirtschaft greift China bisher stark auf deutsche Technik zurück.

China ist die Nummer 2 der Abnehmerländer deutscher Abfall- und Recyclingtechnik. Unangefochten auf Platz eins liegen die USA mit 492 Millionen Euro, gefolgt von China mit einem Exportvolumen von 412 Millionen Euro. Chinesische Importe von Abfalltechnik nach Deutschland weisen Wachstumssteigerungen von 55 Millionen Euro pro Jahr auf. „China möchte eben nicht nur die eigene Kreislaufwirtschaft modernisieren, sondern auch eigenes Know-How erlangen und auf dem Weltmarkt zur Verfügung stellen“, berichtet Denz.

China holt bei Patenten auf

„Nimmt man Patenzahlen als Indikator für die Innovationsfähigkeit, sieht man, dass Deutschland nach Japan und den USA international auf Platz drei der Innovationsfähigkeit lag. Aber China holt mit Wachstumsraten von 13 Prozent pro Jahr deutlich auf“, fügte Denz hinzu. Bis Mitte 2017 war China das wichtigste Importland weltweit für bestimmte Abfälle.

Dies galt aus deutscher Sicht vor allem für Kupfer und Kunststoffe. Nach China wurden allein im Jahr 2016 recycelte Kunststoffe im Wert von rund 167 Millionen Euro exportiert. Dies hat sich mit dem Importverbot im Jahr 2017 für bestimmte Kunststoffe oder Alttextilien geändert.

Stärkere Umweltbehörde

Neu ist auch, dass der chinesische Staat Ernst macht mit der Durchsetzung von Umweltauflagen. Einer VDMA-Umfrage aus dem Januar 2018 unter chinesischen Tochterunternehmen europäischer Firmen zufolge gaben 18 Prozent an, dass sie umweltbehördlich überwacht wurden. Neun Prozent mussten Umwelttechnik nachrüsten – mit Investitionen bis zu 750.000 Euro.

Quelle: bvse

Neue Richtlinie für die Hauptuntersuchung ab 20. Mai

Ab 20. Mai 2018 müssen sich die Autofahrer in Deutschland auf neue Regeln bei der Hauptuntersuchung einstellen. So wird eine neue Mangeleinstufung „Gefährlicher Mangel“ eingeführt und die Prüfung von Daten-Komponenten, wie das elektronische Notrufsystem eCall, in die Hauptuntersuchung einbezogen. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die technische Untersuchungen von Fahrzeugen in Europa weiter harmonisieren soll.

„ʿGefährlicher Mangelʾ als neue Mangeleinstufung ist für die Kunden an den Prüfstellen die sichtbarste Veränderung“, erläutert Richard Goebelt, Leiter des Bereiches Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. „Er stellt eine Zwischenstufe unterhalb der Kategorie „Verkehrsunsicher“ dar. Wie „Erhebliche Mängel“ bescheinigt der „Gefährliche Mangel“ eine direkte und unmittelbare Verkehrsgefährdung oder Beeinträchtigung des Umweltschutzes .“Der Fahrzeughalter wird auf den besonderen Gefährdungstatbestand durch eine entsprechende Formulierung auf dem Prüfbericht hingewiesen. Eine Fahrt direkt nach Hause oder zum Zweck der Reparatur oder der HU-Nachprüfung innerhalb eines Monats ist aber noch zulässig. „Bei der Einstufung als ʿVerkehrsunsicherʾ muss – wie bisher auch – unmittelbar die Prüfplakette entfernt und die Zulassungsbehörde informiert werden,“ so Goebelt. Bisher galten die vier Mangelklassen „Ohne Mangel“, „Geringe Mängel“, „Erhebliche Mängel“ und „Verkehrsunsicher“.

Neu ist ferner die Untersuchung von Komponenten für die Datenkommunikation und Datenspeicherung im Fahrzeug. Hierzu zählt beispielsweise das für alle neuen Fahrzeuge ab 1. April 2018 verpflichtende elektronische Notrufsystem eCall – und weiterer Systeme, die zukünftig Bestandteil der Fahrzeugausstattung bei den verschiedenen Stufen des automatisierten Fahrens werden. „Die konkreten Prüfverfahren dieser Systeme sind derzeit noch in der Entwicklung,“ erklärt Goebelt, „der TÜV-Verband setzt sich bereits seit langem für eine zeitnahe gesetzliche Grundlage ein, um alle Fahrzeughersteller zu verpflichten, die relevanten Softwareinformationen für die elektronische Prüfung mit dem HU-Adapter bereit zu stellen.“

Weitere Änderungen betreffen die Beschreibung und europaweite Harmonisierung einzelner Mängel, die an Fahrzeugen auftreten können. So ändert sich beispielsweise die Einstufung der für Verkehrssicherheit und Umweltschutz wichtigen Reifendruck-Kontrollsystemen (RDKS). Goebelt: „Werden jetzt funktionsunfähige oder stillgelegte Reifendruck-Kontrollsysteme bei der Hauptuntersuchung festgestellt, darf keine Plakette mehr erteilt werden.“

Die europäische HU-Richtlinie 2014/45/EU konkretisiert auch die Verwendung der elektronischen Fahrzeugschnittstellen bei der Hauptuntersuchung. „Das ist in Deutschland durch den HU-Adapter seit 2015 schon Standard,“ erläutert Goebelt.

Zusammenfassend stellt Goebelt fest: „Die neue Richtlinie ist ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit modernster digitaler Fahrzeugsysteme, wobei sich für die Kunden an den Prüfstellen der zeitliche Aufwand nicht ändert.“

Quelle: www.vdtuev.de

Kunststoffrecycling kann den Weltmeeren helfen

Kunststoffpartikel sind eine Bedrohung für das Leben im Meer. Im Jahr 2050 wird es laut der „New Plastics Economy“-Studie der Ellen MacArther Foundation mehr Kunststoffpartikel als Fische in den Ozeanen geben. 6 bis 10 Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion landen nach Aussage des Umweltbundesamtes in den Meeren.

Viele Kunststoffe werden in Verpackungen verwendet. Die neue Bundesregierung handelt daher richtig, sich mit der Kreislaufwirtschaft von Kunststoff zu beschäftigen.

„Jährlich fallen knapp 30 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle in Europa an. Etwa die Hälfte davon wird in Deutschland energetisch genutzt, in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten sieht die Verwertungsquote noch schlechter aus“, sagt Naemi Denz, Geschäftsführerin des VDMA Abfall- und Recyclingtechnik. Deshalb unterstützt der VDMA Fachverband die politischen Bemühungen, das Kunststoffrecycling voranzubringen.

„Sekundärkunststoffe werden aus unserer Sicht nur dann vermehrt eingesetzt, wenn es europäische Normen für Qualitätskriterien der Sekundärgranulate gibt. Außerdem muss die EU Kommission sich eine praktikable Lösung für die Schnittstelle zwischen Abfall- und Stoffrecht einfallen lassen“, erläutert Denz.

Die Einhaltung von Qualitätskriterien setzt oftmals sortenreine Kunststoffe voraus. Technologien für die Gewinnung von Sekundärgranulaten gibt es schon heute am Markt. Kunststoffabfälle werden mittels Zerkleinerung, Siebung, Klassierung und Sensorsortierung aufbereitet. Probleme bereiten nach wie vor dunkle Kunststoffe im Abfallstrom, die die Qualität des Sekundärgranulates mindern. Abhilfe schaffen können moderne Sensorsortieranlagen auf Basis der Hyper Spectral Imaging Technologie.

„Betreiber können erstmals neben den sonst üblichen Kunststoffarten zunächst mit der UniSort Black auch die schwarzen Kunststoffe erfassen und aussortieren und dadurch eine zusätzliche Wertschöpfung erzielen“, erklärt Peter Funke, CEO bei Steinert, ein Spezialist im Bereich Sortiertechnik aus Köln.„Gerade in Zeiten der Verschärfung der Verpackungsverordnung und des China Bans sind dies die maßgeblichen
Lösungen für erfolgreiches Recycling und somit wichtige Themen für uns und unsere Kunden auf der IFAT 2018 in München.

Die UniSort BlackEye schließt im Prozess dann eine weitere Lücke in der sortenreinen Trennung schwarzer Teile. Die Sortiermaschine trennt Kunststoff-Flakes nicht nur nach ihrer Farbe, sondern nach ihrer Polymerklasse und sorgt so für sortenreine Fraktionen.“

Quelle: bvse.de

Das große Aufräumen: Recycling im Frühjahr

Kerzengläser, Energiesparlampen & Co. aus der dunklen Jahreszeit gehören nicht in den Altglascontainer

Wenn die Tage länger werden, die Sonne hinter den Wolken hervorschaut und die staubigen Ecken Zuhause zum Vorschein kommen, dann ist es soweit: Der Frühling ist da – und es ist Zeit für den Frühjahrsputz! Dazu gehört auch: Raus mit den leeren Glasverpackungen, winterlichen Lichterketten oder abgebrannten Duftkerzen im Glas. Dabei ist zu beachten, dass sämtliche Kerzenbehältnisse nicht als Verpackung gelten und deswegen nicht in den Altglascontainer, sondern in den Restmüll oder auf den Wertstoffhof gehören. Ebenso wie Energiesparlampen, LED und andere Leuchtmittel oder elektrische Kerzen. Sie haben im Vergleich zu Verpackungsglas eine andere Glaszusammensetzung und bestehen außerdem noch aus weiteren, nicht recycelbaren Teilen. Geraten diese in den Altglascontainer, kann es bei der Produktion von neuen Glasverpackungen zu Störungen kommen. Hinein gehören nur Glasverpackungen, in denen vorher Lebensmittel, Getränke, Kosmetik oder Medikamente verpackt waren. Wer diesen kleinen Tipp beachtet, der leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und kann sich auf eine weitere Belohnung nach dem erfolgreichen Frühjahrsputz freuen: Es ist wieder Platz Zuhause – zum Beispiel für neue Dekoration!

Die Kampagne „Nicht alles passt ins Altglas“

Ziel der Aufklärungskampagne „Nicht alles passt ins Altglas“ ist es, allen Verbrauchern in Deutschland auf sympathische Art zu zeigen, was ins Altglas darf und was nicht. Denn richtiges Recycling ist wichtig, weil sich so wertvolle Ressourcen und Energie einsparen lassen. Je sauberer das Recyclingglas getrennt wird, desto weniger Energie muss für die Aufbereitung eingesetzt werden und desto mehr Scherben können bei der Produktion von neuem Behälterglas zum Einsatz kommen. Interessant zu wissen: 10 Prozent eingesetztes Recyclingglas sparen immerhin 3 Prozent Energie ein. Damit leistet Glasrecycling einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Über die Initiative der Glasrecycler
Die „Initiative der Glasrecycler“ will Verbraucher über die richtige Altglasentsorgung informieren. Sie setzt sich zusammen aus der „Der Grüne Punkt“ – Duales System Deutschland GmbH (DSD) – einem führenden Anbieter von Rücknahmesystemen – und dem Aktionsforum Glasverpackung – einer Initiative der Behälterglasindustrie in Deutschland. Es sieht sich als unternehmensübergreifende Interessenvertretung der Branche. Die Initiative der Glasrecycler lädt Interessenten herzlich dazu ein, der Initiative beizutreten und diese zu unterstützen.

 

Quelle: bvse.de

Emnid-Umfrage: 79 Prozent kennen die richtigen Entsorgungsorte für Altlampen

79 Prozent aller Deutschen wissen, wo sie ihre ausgedienten LED-und Energiesparlampen entsorgen können. Damit bleibt der Bekanntheitswert der richtigen Entsorgungsorte auf einem Allzeithoch. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes KANTAR Emnid im Auftrag der Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH aus dem Februar 2018.

03 16 Lightcycle„Dies ist ein sehr erfreuliches Ergebnis“, so Christian Brehm, Direktor für nachhaltiges Marketing und Vertrieb bei Lightcycle, „zeigt es doch, dass aktive Kommunikation beim Verbraucher ankommt und wirkt.“

Der örtliche Wertstoffhof steht auf Platz eins aller Abgabeorte mit 55 Prozent (+6 Prozentpunkte gegenüber Dezember 2016), gefolgt von den Abgabestellen im Handel. 22 Prozent (-7 Prozentpunkte gegenüber Dezember 2016) der Befragten gaben zuerst an, dass sie ihre Altlampen im Geschäft vor Ort abgeben würden und 2 Prozent nannten die Abgabe als Sondermüll (+1 Prozentpunkt).

Seit 2016 sind Handelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern an Elektrogeräten verpflichtet, Elektrogeräte und Altlampen kostenfrei zurückzunehmen. Lightcycle unterstützt den stationären Handel sowie den Online-Handel bei der Erfüllung der umfangreichen gesetzlichen Verpflichtungen.

Verbraucher finden die Altlampensammelstelle in ihrer Nähe unter www.sammelstellensuche.de

Niedersachsen setzt auf clevere Verkehrskonzepte statt Fahrverbote

Zuversichtlich hat sich Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies nach einem Gespräch mit niedersächsischen Kommunen gezeigt. „Ich bin optimistisch, dass wir in Niedersachsen keine Fahrverbote brauchen, um Stickstoffdioxid-Grenzwerte einzuhalten“, sagte Lies im Anschluss an das Treffen.

00 klein olaf liesUmweltminister Olaf Lies (SPD)„Wir sind in Niedersachsen schon sehr weit. Die Stickstoffdioxidbelastung ist in unseren Städten im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. Dieser Trend wird sich aufgrund der zu erwartenden Pkw-Flottenerneuerung, sowie laufender Software-Updates fortsetzen. Wir haben nur noch vier Städte, in denen punktuell, in einzelnen Straßenzügen, der Grenzwert von 40 µg/m³ überschritten wird. Ein konsequenter Ausbau des ÖPNV, sowie nachhaltige und umweltschonende Antriebe werden ebenfalls ihren Beitrag leisten. Wichtig ist, dass wir jetzt mit Hilfe umweltorientierter Verkehrsmanagementprozesse diesen Trend kurzfristig beschleunigen. Die in Braunschweig und in Hameln erreichten Resultate stimmen jedenfalls optimistisch.“

So konnten zum Beispiel in Hameln im letzten Jahr die Stickstoffdioxid-Grenzwerte mit einer Optimierung der Ampelschaltung unterschritten werden. In Braunschweig konnten mit Hilfe eines intelligenten umweltsensitiver Verkehrsmanagements die Stickstoffdioxidwerte spürbar reduziert werden. Dabei wurde das Verkehrsaufkommen an die Leistungsfähigkeit einzelner Straßenabschnitte angepasst und durch eine ausgeklügelte Ampelschaltung für einen besseren Verkehrsfluss gesorgt.

Diese Maßnahmen lassen sich auch in anderen Städten schnell umsetzen. Die Kosten für die „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ könnten vom Bund im Rahmen des Fonds für „Saubere Luft“ erstattet werden.

Minister Lies: „Diese Ergebnisse zeigen, dass wir nicht immer gleich die große Keule schwingen und Fahrverbote verhängen müssen. Es geht darum, den Verkehr an die jeweiligen Straßenverhältnisse anzupassen und durch ein geschicktes Timing der Ampelphasen zu verflüssigen. Das ist verhältnismäßig und zeitnah zu realisieren. Die von den Kommunen vorgestellten Pläne und Maßnahmen wie Verbesserungen für den Fahrradverkehr, Umrüstung auf klimafreundliche Antriebe im ÖPNV und umweltsensitive Verkehrsführung werden im Ergebnis den gewünschten Erfolg bringen.“

Neue Modellrechnungen des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim zeigen, dass es möglich sein könnte, eine Grenzwertunterschreitung vor 2022 zu erreichen. Im Rahmen der Erstellung kommunaler Masterpläne werden derzeit weitere Erkenntnisse über zusätzliche NO2-Verminderungsmaßnahmen bis spätestens Sommer 2018 erarbeitet. Daher erscheint eine Durchsetzung von Fahrverboten in den Jahren 2019/2020 nicht verhältnismäßig zu sein. Auf einer Fachtagung im April sollen die jetzt vorliegenden Erkenntnisse zwischen den kommunalen Vertretern und den Fachleuten des GAA Hildesheim weiter präzisiert werden.

Die Kommunen haben den Druck, Maßnahmen zu definieren und umzusetzen, sagte Lies. Das Land werde den Kommunen bei ihren Bemühungen partnerschaftlich zur Seite stehen. Er erneuerte seine Forderung an den Bund, sein Soforthilfeprogramm zur Luftreinhaltung finanziell aufzustocken. Die zur Verfügung gestellten Mittel von 5 Millioarden Euro für ein Jahr müssten mindestens weitere zehn Jahre zur Verfügung gestellt werden

In Niedersachsen sind die Stickstoffdioxid-Belastungen 2017 stärker als im Bundesdurchschnitt zurückgegangen. Aktuelle Messungen ergaben nur noch in Hannover, Hildesheim, Osnabrück und Oldenburg Grenzwertüberschreitungen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die durchschnittliche NO2-Belastung 2017 an allen 14 Verkehrsstationen im Schnitt um 3,7 µg/m³. Die Modellrechnungen des GAA weisen bei zugrundegelegten optimalen Bedingungen für das Jahr 2019 Grenzwertüberschreitungen noch in zwei Städten aus (Hannover, Marienstr. und Friedrich-Ebert-Str, und Oldenburg, Heiligengeistwall)

Zu dem Gespräch in Hannover waren die Oberbürgermeister von Oldenburg, Jürgen Krogmann, Hildesheim, Dr. Ingo Meyer, und Hameln, Claudio Griese, sowie die Wirtschaftsdezernentin der Stadt Hannover, Sabine Tegtmeyer-Dette, der Stadtrat der Stadt Osnabrück, Frank Otte, sowie Dr. Lutz Mehlhorn vom Niedersächsischen Landkreistag und Dr. Fabio Ruske vom Niedersächsischen Städtetag erschienen.

Kartons haben sieben Leben

Sie schützen Milch, Apfelsaft oder Tomatensoße. Fast jeder nutzt Getränkekartons und wirft sie anschließend in die Gelbe Tonne. Doch was passiert dann? Aus den bunten Verpackungen wird feines, braunes Papier. Wir begleiten einen Karton auf seiner Reise durch die Recyclinganlagen.Ein Luftstrahl schubst Getränkekartons vom Band, während er andere Verpackungen, z. B. Joghurtbecher, zur nächsten Station weitersausen lässt – unser Abfall muss zuerst geordnet werden. An den Fließbändern der Sortieranlage geht dies heute weitgehend automatisch. Mithilfe von Licht, Kamera und Computer wird erkannt, aus welchem Material die Produkte aus der Gel­ben Tonne sind. Ein Getränkekarton besteht vor allem aus Pappe, dazu noch Polyethylenfolie und Aluminium. Für Papierhersteller sind die langen und reißfesten Zellulosefasern besonders wertvoll. Doch wie löst man sie am besten wieder aus dem Verbund heraus?

Das Material wird zerkleinert, bevor   in der Auflösetrommel die Papieranteile aufgeweicht werden.
Das Material wird zerkleinert, bevor  in der Auflösetrommel die Papieranteile aufgeweicht werden.

Dies geschieht nicht in der Sortieranlage, sondern beispielsweise bei der Papierfabrik Niederauer Mühle in Kreuzau (NRW). Hierhin wird ein großer Teil der landesweit gesammelten Kartons geliefert: in meterhohen, über 600 Kilogramm schweren, festgepressten Ballen. Soßen-Packungen schmiegen sich an Milchkartons und Orangensaftbehälter. Ein paar Fliegen krabbeln emsig darauf herum. Es ist heiß an diesem Tag. Staplerfahrer entladen die ankommenden Lkws und schichten mehrere Lagen übereinander. Nebenan türmen sich andere Altpapiere. All das gilt es zu ordnen und in die richtigen Bahnen zu lenken. „Getränkekarton rein, neues Papier raus – dieser Prozess dauert bei uns gerade einmal zweieinhalb Stunden“, verrät Inhaber und Geschäftsführer Holger Autenrieb. Er nimmt uns mit in die europaweit größte Anlage dieser Art.

 

Alle Prozesse überwacht Jacek Melcher in der Schaltzentrale.
Alle Prozesse überwacht Jacek Melcher in der Schaltzentrale.

 

Folien- und Aluminiumflocken bleiben übrig. Diese „Zuckerwatte unserer Zivilisation“ prüft Abteilungsleiter Roland Rameil, bevor sie gebündelt und weiterverwertet wird.
Folien- und Aluminiumflocken bleiben übrig. Diese „Zuckerwatte unserer Zivilisation“ prüft Abteilungsleiter Roland Rameil, bevor sie gebündelt und weiterverwertet wird.

Zuckerwatte aus Folie und Alu
Ein Labyrinth aus grauen Rohren, Fließbändern und Metalltreppen. Leise rollt ein roter Gabelstapler um die Ecke, wuchtet einen der Ballen auf das Förderband. Die Kartons verschwinden in einem Stahlkasten. Darin werden sie in handgroße Stücke geschreddert, wandern dann in eine rotierende Trommel. Die ist imposant: zehn Meter lang, mit einem Durchmesser von dreieinhalb Metern. Sie brummt wie eine Waschmaschine und funktioniert fast ebenso, allerdings ganz ohne Chemikalien. Gemischt mit warmem Wasser wird das Material über Schaufeln nach oben gehoben. Fällt es wieder nach unten, lösen sich durch den Aufprall die aufgeweichten Papieranteile.

Sie fließen in eine weitere Trommel; hier wird der Faserstoff durch kleine Löcher abgeschwemmt. Etwa eine halbe Stunde dauert der gesamte Waschgang. Der feste Karton hat sich in einen wässrigen, braunen Faserbrei verwandelt. Er wird noch sorgfältig gereinigt: Gleich nebenan glitzern die ausgespülten Reste – zwischen den Sandkörnern stecken Büroklammern und Glassplitter.

Am Ende spuckt die Maschine das aus, was nicht durch die kleinen Löcher passte: vor allem die Beschichtung aus Kunststoff und Aluminium, tausende Kunststoffdeckel, aber auch alles, was falsch sortiert wurde. Weißgraue Haufen türmen sich. Die Zuckerwatte unserer Zivilisation fühlt sich fluffig an. Sie ist zwar ungenießbar, lässt sich aber weiterverwerten (siehe Info-Kasten).

Papierfasern sind an dieser Stelle nicht mehr zu entdecken, sie werden gerade sortiert, gemahlen und zur Papiermaschine gepumpt – genauestens überwacht von Abteilungsleiter Roland Rameil. Er ist seit 27 Jahren im Job. „Mittlerweile werden alle Prozesse digital erfasst“, sagt Rameil und zeigt dabei in der Schaltzentrale auf mehrere Monitore. „Wir haben das Recycling von Getränkekartons über Jahre hinweg verfeinert.“

Pionierarbeit
Es war ein Abenteuer, als sich die Niederauer Mühle darauf spezialisierte, neben Altpapier auch Getränkekartons zu verarbeiten. Unterstützt von den Herstellern der Kartons ging die Anlage 1999 in Betrieb. „Das Abenteuer habe ich nie bereut, auch wenn die Prozesse komplexer geworden sind“, erinnert sich Papieringenieur Holger Autenrieb. Ärgerlich sei, wenn zu viele Fremdstoffe in den Ballen stecken. Die Sortiertechnik werde weiter verbessert, um so viele Rohstoffe wie möglich zurückzugewinnen.

Das Familienunternehmen mit 175 Mitarbeitern stellt das Basismaterial für neue Verpackungen wie Schuh- oder Pizzakartons her. Weiß gedeckte Wellpappenrohpapiere heißt das in der Fachsprache. Zu 100 Prozent aus Altpapier, 300.000 Tonnen pro Jahr. Die Zellulosefasern der Getränkekartons bekommen in der braunen Unterseite ein neues Leben, die weiße Oberschicht entsteht aus hellem Altpapier – gesammelt in Kaufhäusern und Druckereien.

 

niederauer_muehle_170
Eine Papiermaschine sieht aus wie eine lange Straße aus Walzen, Drehrädern und Stahltreppen.

 

 Es ist heiß wie in der Sauna, denn die zarten Fasern werden bei über 100 Grad Celsius getrocknet.
Es ist heiß wie in der Sauna, denn die zarten Fasern werden bei über 100 Grad Celsius getrocknet.

Die nächste Halle beherbergt die Papiermaschine, eine lange Straße aus dicken Walzen, Drehrädern und Stahltreppen. Jetzt wird es laut – ein durchdringendes Pfeifen ertönt. Je höher man auf den Gitterstufen klettert, desto wärmer ist es. Von oben sieht man, wie die Fasersuspension auf ein riesiges flaches Sieb verteilt wird. Zuerst liegt der Faseranteil lediglich bei fünf Prozent; nach einer ersten „Entwässerung“ sind es bereits 20 Prozent. Danach wird die braune Schicht mit der weißen Deckenschicht verpresst. Der Papiermacher sagt „vergautscht“. Es ist heiß wie in einer Sauna: Weißer Dampf steigt auf, als die Papierbahn in Schlangenlinien über bis zu 100 Grad Celsius heiße Metallzylinder rast.

Die frische Papierrolle ist 40 Tonnen schwer, bevor sie auf die gewünschte Breite geschnitten wird.
Die frische Papierrolle ist 40 Tonnen schwer, bevor sie auf die gewünschte Breite geschnitten wird.

Papiermaschinen sind groß: Es ist weit bis zum Ende der Halle, wo eine 40 Tonnen schwere, frische Rolle auf gigantischen Haken ruht. Nun wird das Papier noch auf die vom Kunden gewünschte Breite zugeschnitten und innerhalb weniger Stunden auf Lkws verladen. Die Kreuzauer beliefern Verpackungshersteller weltweit. Zwischen den haushohen Papierrollen herrscht selten Ruhe; in vier Schichten wird hier rund um die Uhr gearbeitet.

 

Besser als ihr Ruf
Schaut man auf die Ökobilanz der Kartons, haben sie klare Vorteile, verglichen mit anderen Einweg-Getränkeverpackungen. Überdies hat das ifeu-Institut errechnet, dass gegenüber der Müllverbrennung von Getränkekartons bei ihrem Recycling 20 Prozent weniger Treibhausgase entstehen, was unsere Atmosphäre jährlich um ca. 55.000 Tonnen CO2 entlastet.

Getränkekartons sind beliebt: Allein auf den deutschen Markt gehen jährlich 175.000 Tonnen, das sind etwa acht Milliarden Stück. Davon landen etwa 70 Prozent in einer Anlage wie der in Kreuzau. Ihre Verwertungskapazitäten sind gut ausgelastet, aber noch nicht erschöpft, und das ist auch gut so: Mit dem neuen Verpackungsgesetz steigt ab 2019 auch das Recyclingziel für Getränkekartons. Wichtig ist, dass die Verbraucher sie richtig entsorgen. Leer gehören sie in die Gelbe Tonne.

Zweieinhalb Stunden sind vergangen, von unserem Karton ist nichts mehr zu sehen. Beeindruckend, wie schnell aus gebrauchten Verpackungen reines Papier wird. Ein aufwändiger Prozess, doch die Mühe lohnt. Papierfasern sind ein bisschen wie Katzen – sie haben sieben Leben, können also bis zu sieben Mal wiederverwendet werden.

Im Lager bleibt das Papier nicht lange – zügig wird es in der Niederauer Mühle auf Lkws verladen.
Im Lager bleibt das Papier nicht lange – zügig wird es in der Niederauer Mühle auf Lkws verladen.
1 2 3 8